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Buch 'Schöne neue Arbeitswelt - Traum und Trauma der Moderne' aus dem Hirmer Verlag
„Schöne neue Arbeitswelt - Traum und Trauma der Moderne“ lautet der Titel des interessanten Buches „Schöne neue Arbeitswelt - Traum und Trauma der Moderne“ aus dem Hirmer Verlag. Es ist der Ausstellungskatalog zur Ausstellung im LVR-Landesmuseum Bonn.

Thematisch blickt man zurück. Die Arbeitswelt zwischen 1890 und 1940 steht dabei im Fokus. Ist es ein Lehrbeispiel für unsere heutige Zeit? Traum oder Trauma? Im frühen 20. Jahrhundert, verdrängte das Großbürgertum den Adel, große Umwälzungen fanden statt. Damals spürte man eine fortschreitende industrielle Entwicklung, die sich durch rauchende Schlote zeigte, Kapitalismus aller Orten. Es gab Spannungen in wachsende Großstädten und verdichteten Landschaften, Ausbeutung kontra Existenznot. Technischer Fortschritt traf auf soziale Ungerechtigkeiten.

Aus kleinen Schmieden wurden große Eisenhütten und Stahlwerke. Die Stechuhr wurde zum Taktgeber für Effizienz in der Produktion. Großindustrielle prägten Bergbau und Stahl. Die schmale Oberschicht regierte die große Masse der Arbeiter, inklusive kleiner Komfort in den Werkssiedlungen, wo Abhängigkeiten entstanden. In Wirtschaftskrisen spürte man die Arbeitslosigkeit, lange Schlangen warteten vor den Stempelstuben. Es sind harte Kontraste abgebildet. Das Getreidefeld, die Kühe oder der Angler befinden sich in Sichtweite vor der Industrieanlage, eine surreale Ästhetik. Anderseits ließen stolze Industrielle ließen ihr Werk dokumentieren, u. a. Krupp, Bayer, Solvay, Mannesmann oder die Klöckner-Werke.

Die Kunst war damals nahe an den Menschen. Portraits der kleinen Leute lassen harte Arbeit und Sorgen in den Gesichtern erkennen. Die Industriellen zeigen sich schick im Frack und mit stolz geschwellter Brust in ihren repräsentativen Büro. Mächtige Maschinen in der Produktion stehen mächtigen Menschen gegenüber. Selbst die Entwicklung der Verkehrswege durch Eisenbahn und Straßenbahn fand Sichtbarkeit in der Kunst. Die immer längeren Arbeitswege der arbeitenden Menschen benötigten eine bessere Infrastruktur, ja sogar neue Freizeitmöglichkeiten.

Abgebildet werden Gemälde, Reliefs, Fotos, zeitgeschichtliche Dokumente und Gegenstände sowie Buchcover und Plakate. Teilweise waren es Auftragsarbeiten, teils meinungsbildende Einmischungen in gesellschaftliche Transformationen. Die Ideologie der Weltanschauungen spiegelt sich öfters in der Kunst wider. Es sind u. a. Werke von Gerd Arntz, Leo Breuer, Otto Dix, Conrad Felixmüller, Sella Hasse, Heinrich Hoerle, Erna Lendvai-Dircksen, Lotte B. Prechner, August Sander, Rudolf Schlichter oder Franz Wilhelm Seiwert zu erleben.

„Schöne neue Arbeitswelt - Traum und Trauma der Moderne“, Christoph Schmälzle, Thorsten Valk, Hirmer Verlag, 256 Seiten, 220 Abbildungen, 24,5 x 29 cm, gebunden, ISBN 978-3-7774-4624-0

Datum: 4. Januar 2026

www.penguin.de

Cover, Foto: Hirmer Verlag

Buch 'Schöne neue Arbeitswelt - Traum und Trauma der Moderne' aus dem Hirmer Verlag