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Mit „Fasan Alarm“ hat die Formatio „Kupfergold“ ein hervorragendes und energetisches Album hingelegt. Es fliegt ins Ohr, klingt total fluffig und enthält viele Temponummern. „Assi-Folk mit Glam“ lautet ihr durchaus zwinkerndes Motto. Sie stammen alle aus dem Großraum Köln, sind aber keine typisch kölsche Band, wie man sie kennt. Nur bei „Met Kasalla uss Valhalla“ scheint kölscher Kolorit durch. Es ist ihr einziger Song auf Kölsch, inkl. Ring, Dom und Fastelovend. Kölsch passt nicht zu ihnen. Dieser Song fällt aber als große Ausnahme aus der Reihe. Ansonsten heben sie sich von sonstigen Kölner Stimmungsbands wohltuend ab, haben ihren eigenen Sound kreiert, singen auf Hochdeutsch und mixen Folk mit Rock und Pop. Das sitzt! Die gut formulierten Texte und ihre Töne sind total eingängig, inkl. netter Wortspiele und klaren Ansprachen. Sie sind Geschichtenerzähler, entfernen in ferne Welten zu Hobbits, Kobolden oder an die Bar. Ein Glas Met kann nicht schaden, oder auch zwei wie in „Der Klügere kippt nach“ oder „Der Metmeister“, Mittelalter-Folk mit flotten Tönen. Ihre Wurzeln haben sie seit 2018 im klassischen Mittelalter-Folk, auf diversen Mittelalter-Festivals. Ein E-Giarrist kam neu hinzu und schon geht direkt die Post ab. Bonnie Banks am Mikro ist die hundertprozentige Rampensau mit starker Stimme, die liebenswürdig kein Blatt vor den Mund nimmt, keine Widerrede möglich. „Diskussionen führen wir gern radikal“, mit einem sympathischen Zwinkern. Die nächste Stufe ist gezündet. Ein stark vernehmbares Schlagzeug als deutlicher Taktgeber ist klar vernehmbar, ein sehr guter Drummer, der ordentlich ins Schwitzen kommt. Ihr Sound macht gute Laune, perfekt, um den Alltag mal zu vergessen. Der Albumtitel „Fasan Alarm“ ist auch ihr erste Song darauf. Sie „lauern auf dem Feld, sind niemals wieder leise und eine Gefahr im Federkleid, willkommen im Fasanenreich“, um sie zu zitieren. Mit Worten können sie umgehen und das sehr selbstbewusst. In der harten Musikbranche will man wahrgenommen werden. Da klingen ihre Texte ganz ähnlich. Ein böser Abschiedsgruß an den Ex ist „Und'n Tripper“, inkl. der Pest, Sodom und Gomorrha und einem Furunkel in der Körpermitte. "Kupfergold" bezeichnet diese Mitte ganz klar als Pimmel. Deutlicher kann man sich nicht verabschieden. Der „Muschelbusen“ lockt gleich sieben Männer an. Warum nicht? Brasilianisch-karibische Klänge für Bewegung in den Hüften. „Kupfer und Gold“ ist ein musikalisches Selbstbildnis, „die allergeilste Legierung im All“, zwischen Metal und Folk, und Silbereisen ist ihr natürlicher Feind. Immerhin durften sie bereits vor den ganz harten Jungs und Mädels in Wacken spielen. Dort haben sich die Gründungsmitglieder der Band damals als Festival-Besucher kennengelernt. Der Kreis hat sich geschlossen. Ab auf die Metal-Bühne! Die „Koboldkeilerei“ ist ebenfalls eine Temponummer. Es gilt einen Goldschatz in Irland zu rauben, der leider von einem Kobold bewacht wird. „Rammlerina“ ist eine ausnahmsweise mal ruhige und melancholische Nummer in Dur und Moll. Gleiches gilt für „Zombie Malone“ mit irischem Charakter. Einst verstarb ein kleines Mädchen, eine alte Legende. Sie entkam aus dem Totenreich und bringt den Tod. Es klingt sogar ein wenig wie Soul-Folk, eine ganz neue Mischung. Dabei kommt die hervorragende Stimme noch mehr zur Geltung. Es ist ein klasse Album mit einer klaren, musikalischen Stilrichtung, die schon beim ersten Hören so richtig zündet. Man beachte auch das sehr gelungene Albumcover, wunderbar kreativ. „Fasan Alarm“, Kupfergold, Redfield Records, Album, 10 Songs, 2025 Datum: 26. November 2025 formatio-kupfergold.de redfield-records.com www.youtube.com ("Kupfer und Gold") |
Cover, Foto: Kupfergold![]() |