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Die gute Debüt-EP „Unter Wasser“ von Lorena Handschin ist erschienen. Gut gefeilte Texte mischen sich mit Elektropunk, Pop und Neuer Deutscher Welle. Im Hauptberuf ist Lorena Handschin eine noch junge Schauspielerin (30). Bis 2025 war sie Ensemblemitglied am Deutschen Theater Berlin. Seit der Spielzeit 2025/26 ist sie Ensemblemitglied am Schauspielhaus Zürich. Nebenbei hat sie im stillen Kämmerlein immer mal wieder traurige Musik am Klavier gemacht, auf Englisch. Die musikalische Zusammenarbeit mit der Musikerin Carolina Bigge für ein Theaterstück brachte sie auf die Spur, eine fruchtbare Zusammenarbeit. Nun kombiniert sie ihre gute Stimme mit wohl gewählten Texten, der klaren Aussprache einer Schauspielerin und einem guten Sound. Die fünf Songs klingen musikalisch ziemlich rund, ohne Mainstream sein zu wollen, eher Indie. Inhaltlich wird jede Menge reflektiert, z.B. die Liebe. Man muss schon genau hinhören, wie sie es meint. Die große Leerstelle oder Lücke, das kann viel sein, nicht nur eine vergangene Beziehung. Das Patriarchat ist ein Problem, „schaffen wir es ab“. Gewalt gegen Frauen wird thematisiert. Ohne Luxusprobleme geht niemand durchs Leben. Man möchte immer mehr und mehr. „Unter Wasser“ beschreibt den Zustand einer Liebelei, wo keiner wirklich weiß, wer der andere ist und es sich trotzdem gut anfühlt. Es ist eine gelungene Debüt-EP. Den Einfluss der Neuen Deutschen Welle muss man aber qualitativ deutlich höher ansetzen, schon wegen der guten Texte, kein Da Da Da, kein Sternenhimmel und auch keine hohen Berge. Das sind fluffige und frische Töne in einem eher anspruchsvollen Kleid. Das Punkige ergänzt sich mit den kritischen Themen ausgezeichnet. Es macht Freude ihre Musik zu entschlüsseln. „Unter Wasser“, Lorena Handschin, EP, 5 Tracks, Radicalis Music, 2026 Datum: 28. Mai 2026 www.radicalismusic.com |
Cover, Foto: alle farben![]() |