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Oper 'Cosi fan Tutte' im MiR in Gelsenkirchen
Mit der Oper „Così fan tutte“ präsentiert das Musiktheater im Revier sehr gut einen Stoff von Wolfgang Amadeus Mozart aus dem 18. Jahrhundert. Regie führte David Hermann.

Die Frauen und ihre Fehltritte waren zu Mozarts Zeiten scheinbar ein wichtiges Thema unter den Männern. Die Offiziere Guglielmo und Ferrando stellen ihre Frauen gegenseitig auf die Probe. Der eine baggert die Partnerin des anderen an und umgekehrt. Lassen sie sich darauf ein. Eigentlich ist es ein sehr einfacher Stoff, der in dieser Inszenierung von David Hermann zwischen dem Ausbruch des Ersten Weltkriegs 1913 und dem Neuanfang 1945 spielt. Ihre Verlobten Fiordiligi und Dorabella sind dabei immer irgendwie präsent, trotz aller Verwirrung der Gefühle. Zwischendurch toben zwei große Kriege, in denen die Männer beide dienen. Vier Menschen, also zwei Paare, stürzen sich in ein Liebesexperiment.

Der Abend ist sehr vielschichtig inszeniert. Verschiedene Ebenen werden zu geschickten Handlungsbögen. Gebrochene Gestalten, gerade zurück aus dem Krieg, bitten um Liebe. Fern der Front wirkt es edel mit sehr ansprechendem Ambiente oder mit Clubatmosphäre. Die Zeitschienen werden über die Untertitel angezeigt. Unwahrscheinlichkeiten, wie die Rückkehr aus dem Krieg ohne Gefangenschaft, werfen Fragen auf. Manchmal hat sogar das Gefühl mehrere Geschichten zu erleben. Sogar das Frauenbild wird hinterfragt, baut die Gleichberechtigung mit ein. Musikalisch ist es eine sehr schöne Komposition, ohne die ganz großen Hits der Klassik, sehr homogen dargeboten von der neuen Philharmonie Westfalen unter der Leitung von Giuliano Betta. Die Stimmen können überzeugen. Optisch spannend ist eine riesige Bombe, die sich langsam aus dem Bühnenturm senkt und mit einem Lichtschein explodiert. Am Ende ist es heiteres Drama mit einem scheinbar guten, aber doch offenem Ende.

Die Inszenierung ist eine Koproduktion mit der Opéra national du Rhin in Straßburg, was der Ausstattung sehr zu Gute kommt. Die prächtigen Kostüme kommen stets im Stil ihrer Zeit daher, auch die Frisuren. Entsprechend gealtert wirken ebenso die Figuren. Auch die Bühnenkulisse ist eine Pracht für sich, immer wieder changierend und unterschiedlich ins großartige Licht gesetzt. Hier hat man richtig viel Kreativität, Mühe, Zeit und Geld investiert. Das Auge isst bekanntlich mit. Man bekommt einige optische Delikatessen serviert.

Datum: 8. Juni 2024

musiktheater-im-revier.de



Oper 'Cosi fan Tutte' im MiR, Foto: Sascha Kreklau

Oper 'Cosi fan Tutte' im MiR

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