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      Das Maritime Museum Hamburg ist eine riesige Schatzkammer der Schifffahrts-
      geschichte. Auf neun Decks im Kaiserspeicher B von 1879 befinden sich
      unzählige Exponate.

      Kaiserspeicher B gehörte damals zu Bismarcks Plänen für einen Freihafen
      Hamburg. Er diente als Silo und Speicher. Den Zweiten Weltkrieg überstand er
      unbeschädigt. Bis 2001 diente das Gebäude als Speicher. Man fand keine
      Mieter mehr und suchte nach einer neuen Nutzung. Niedrige Etagen zeugen
      noch heute von der Geschichte des Gebäudes. Nach 7,5 Jahre Umbau und nur
      30 Mio. Euro Kosten feierte man am 24. Juli 2008 die Eröffnung Maritimes
      Museum Hamburg.

      Zu sehen ist die extrem umfangreiche Sammlung von Peter Tamm, einem
      Besessenen in Sachen Schifffahrt. Rund 50.000 kleine Schiffsmodelle im Maß-
      stab 1:1250 trug er zusammen. Die kaiserliche Marine, die Bundesmarine sowie
      die britische und US-Marine sind komplett. Man findet auch Modelle von Cunard,
      Hapag oder der White Star Line. Das allererste Modell hat sogar eine besondere
      Vitrine. Wie baut man Modelle? Auch das wird erklärt. Die Preise auf dem Markt
      bewegen sich zwischen 40 und 250 Euro. Bei den ganz fein gearbeiteten
      Weltmeistermodellen muss man besonders hinsehen, so viele Details enthalten
      sie. Viele Dioramen sind ausgestellt. Der Hamburger Hafen im Maßstab 1:1250
      soll Mitte 2019 fertig gestellt sein. Man findet Modelle aus Bernstein, feine
      Papiermodelle, die "Santa Maria" aus Gold oder Knochenschiffe französischer
      Gefangener in England, aus Tierknochen geschnitzt. Bei Letzteren befinden sich
      32 von 450 weltweiten Exemplaren im Maritimen Museum. Die Schatzkammer
      ist sehr sehenswert.

      Eine darf auf keinen Fall fehlen. Die "Titanic" in 1:100 wurde im Haus selbst
      gebaut. Die Entwicklung vom Stückguttransport zur Containerschifffahrt ist ein
      wichtiger Aspekt. Zu sehen sind Schiffe vom Ende der 1950er-Jahre bis heute.
      Zunächst hatten die ersten Containerschiffe noch eigene Kräne an Deck. Mit
      einem Schifffahrtssimulator zeigen echte Kapitäne den Besuchern, wie man ein
      Schiff in den Hafen bugsiert. 120 Jahre Tankschifffahrt gehören ebenso zur
      Geschichte wie die Passagierschifffahrt. Albert Ballin verkaufte damals Tickets
      für die Passsage in die neue Welt mit Unterkunft und Essen in der Ballinstadt.
      Da es keine Auswanderer im Winter gab, entstanden die Kreuzfahrten um 1900
      in warmen Gefilden. Die "Prinzessin Victoria Louise" war das erste reine Kreuz-
      fahrtschiff, im Modell zu sehen, wie auch moderne Kreuzfahrtriesen. Gesegelt
      wird auch. Der 5-Master "Preußen" war einst das größte Segelschiff der Welt.
      Die "Wappen von Hamburg" hängt im Foyer. Die großen Leistungen der Cap
      Horniers bei ihrer extrem schwierigen Umrundung des Cap Horn mit Segeln
      werden gewürdigt. Schiffsbautechnisch wird die Geschichte vom Einbaum zur
      Gasturbine erzählt. Ein weiteres Highlight ist die "Queen Mary 2" aus 780.000
      Lego-Steinen im Dock bei Blohm + Voss im Maßstab 1:50.

      Die militärische Seefahrt nimmt einen wichtigen Bereich in der Ausstellung ein.
      Matrosenaufstände führten zum Ende des Ersten Weltkriegs. Spannend ist die
      Geschichte der U-Boote, die auch mal zivil Waren transportieren mussten. Der
      Zweiter Weltkrieg und die Schlacht im Skagerrak werden ausführlich behandelt.
      Ein großes Modell der "Bismarck" und anderer Schlachtschiffe ist sehr detail-
      getreu zu bestaunen. Die Zukunft der Bundesmarine wird ebenso thematisiert
      wie diverse Uniformen und sonstige Themen. Durch ein Periskop der Marine darf
      man sogar blicken.

      Das Museum möchte grundsätzlich nicht belehren. Jeder kann sich seine
      Themen heraussuchen. Es gibt viele verschiedene Kapitel, aber keinen roten
      Faden. Jedes Deck ist von einem separaten Team anders gestaltet worden.
      Einen Audioguide gibt es dazu sogar auf Norddeutsch. Kinderprogramme und
      öffentliche Führungen werden angeboten und Restauratoren kann man in der
      Modellbauwerkstatt über die Schulter schauen.

      Immer wieder gibt es Sonderausstellungen, wie aktuell die Fotoausstellung
      "Kunst im Chaos" über die Zerstörungen im Hamburger Hafen nach dem Zweiten
      Weltkrieg.

      Datum: 21. April 2017

      www.imm-hamburg.de

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