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Buch 'Kanzlers Kunst. Die private Sammlung von Helmut und Loki Schmidt'
Helmut Schmidts Kanzlerschaft war eine außergewöhnliche, wie auch seine stilvolle Liebe für die Kunst. „Kanzlers Kunst. Die private Sammlung von Helmut und Loki Schmidt“ dokumentiert das Wohnhaus zweier echter Persönlichkeiten, das heute noch unverändert als ein Muster für einen Lebensstil steht, der in der Politik leider nicht so oft zu finden ist.

Spitzenpolitik und Kunst sind normalerweise zwei verschiedene Bereiche. Wer ganz nach oben will, darf in einer Partei nicht sensibel sein, sondern muss gnadenlos die Ellbogen ausfahren. Für die feinen Sinne des Lebens ist da wenig Platz. Kunstleidenschaft hingegen erfordert von einem Menschen, dass er sich selbst hinter die Person des Künstlers zurückstellt und das höhere, also die Kunst, ehrfürchtig betrachtet. Helmut Schmidt konnte beides. Er und seine Frau Loki stammen aus Elternhäusern, die diese kluge und besonnene Lebensart vorlebten. Ihr Vater war sogar Kunstmaler. Zwei seiner Kunstwerke konnte sie aus ihrem Elternhaus retten, kurz bevor die Russen 1945 im Anmarsch waren. Sie zählten zu den wichtigsten Objekten ihrer Kunstsammlung, die über hundert Kunstwerke unterschiedlichster Art umfasst.

Das Wohnhaus wurde von Helmut und Loki in Hamburg 1961 bezogen. Immer wieder wurde an- und umgebaut. Loki bekam sogar ein eigenes Gewächshaus. Trotzdem wirken die Fotos im Buch nicht protzig. Ihr Anwesen wirkt eher hanseatisch zurückgenommen. In beinahe jedem Raum entdeckt man Bücher und Kunstobjekte. Sie sammelten Gemälde und Skulpturen. Die Räume sind voll davon. So waren die Räume auch eine Inspirationsquelle für die Gäste. Politiker, Unternehmer, Künstler, Ärzte oder Wissenschaftler waren gerne zu Gast, um sich inspirierend auszutauschen. Es war genau der richtige Ort für Gespräche mit erweitertem Tellerrand. Während der Kanzlerschaft war sein Haus quasi das zweite Kanzleramt. Hier empfing er Staatsmänner von Rang, hier wurde Weltpolitik gemacht.

Die Schmidts sammelten nicht nur, sie pflegten auch Freundschaften zu Künstlern. So ließ sich Helmut vom DDR-Künstler Bernhard Heisig porträtieren. Es entwickelte sich eine Freundschaft. Beide verehrten den Bildhauer Ernst Barlach und die Arbeiten von Emil Nolde, trotz seiner Nähe zu den Nationalsozialisten. Persönlich nahe standen ihnen die Arbeiten von Olga Bontjes van Beek oder Christian Modersohn. Die Worpsweder Künstlerkolonie war für Helmut Schmidt ein Sehnsuchtsort. Es gab Briefwechsel. Das Ehepaar Schmidt sammelte Expressionisten, Impressionisten, Zeichnungen oder skulpturale Objekte. Parallel schätzten sie ebenfalls die Musik. In ihrem Haus steht ein Flügel.

Dieses Buch ist eine wundervolle Ode an Helmut und Loki Schmidt, die stets die Kunst als Teil ihres Lebens betrachtet haben.

„Kanzlers Kunst. Die private Sammlung von Helmut und Loki Schmidt“, Dölling und Galitz Verlag, 216 Seiten, ca. 200 Farbabbildungen, Hardcover mit Fadenheftung, 21 x 26,8 cm, ISBN 978-3-86218-134-6

Datum: 27. Dezember 2020

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