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      Insgesamt sehr erfolgreich verlief die "Extraschicht" 2018 im Ruhrgebiet. Bei
      bestem Wetter boten über 2.000 Künstler an 50 Spielorten in 22 Städten
      von 18 bis 2 Uhr eine schier unendliche Programmvielfalt. Viele Spielorte
      waren gut besucht.

      Das attraktivste Programm hatte das Welterbe Zollverein. 25.000 Besucher
      wurden gezählt. Hier wurde nicht nur die Nacht der Industriekultur gefeiert.
      2.000 Bergleute aus Deutschland und angrenzenden Ländern trafen sich
      zum 13. Deutschen Bergmannstag. Mit ihren Traditionsuniformen zogen sie
      über das Gelände. Die Spielmannszüge präsentierten den ganzen Abend
      bergmännisches Liedgut. Sogar Frauen waren mit dabei. Außerhalb des
      Ruhrgebiets waren sie Übertage auf Zechen durchaus aktiv. Eine ehemalige
      Bergwerksdirektorin aus der Pfalz war vor Ort. Die 1987 geschlossene Grube
      gehört ihr heute noch. Es war schon sehr imposant, diese prächtigen
      Gewänder so zahlreich zu sehen. Bei den Bergmannskapellen konnte man
      sogar Nachwuchs entdecken. Die Tradition wird wohl so schnell nicht
      aussterben.

      Auf der Kokerei wurden Kurzführungen angeboten. Es war der 25. Jahrestag
      der Schließung. 32 Jahre lief sie ununterbrochen. 1.000 Mitarbeiter produzier-
      ten täglich 8.000 Tonnen Koks. Man konnte nur erahnen, wie es damals hier
      ausgesehen und gerochen haben muss. Ein paar der der über 300 Koks-
      öfen waren begehbar. Hier wurde aus Kohle Koks, hauptsächlich für die
      Stahlindustrie. Nebenan im Salzlager konnte man sich seinen eigenen
      Sound aus Bergmannsgeräuschen zusammenmixen, eine spannende Idee.

      Endlich durfte man auch mal auf das Dach der RAG. Das neue Gebäude der
      RAG und der RAG-Stiftung ist zu 100% nachhaltig erstellt worden. Alle ver-
      wendeten Materialien sind recyclebar, egal ob Glas, Aluminium, sortenreiner
      Beton oder sogar der Teppich in den Büros. Hier sind die Wände sehr flexi-
      bel einzufügen oder auszubauen. Ein toller Bau. Das Dach war zu besichti-
      gen. Es ist begrünt. Eine Acht als Rundweg lädt die Mitarbeiter in der
      Mittagspause zum Verweilen ein. Die Blumenmischung heißt "Silbersommer".
      Ständig blüht eine der vielen heimischen Pflanzenarten, zum Wohle der
      Insekten. Solarstrom wird auch erzeugt. Jeder Quadratmeter Welterbe ist
      wertvoll und muss nachhaltig genutzt werden. Nebenan entsteht aktuell ein
      eingeschossiges Parkhaus mit ebenfalls bepflanzter Dachfläche.

      Auf keinen Fall verpassen durfte man den Rundgang durch die neuen Räum-
      lichkeiten der Folkwang Universität der Künste. Der neue Bau ist architekto-
      nisch sehr gelungen. Drinnen waren die sehenswerten Arbeiten der Studier-
      enden zu sehen. Sie unterstrichen die große Bedeutung dieser Institution für
      Design und Gestaltung auf Zollverein. Von den Grundlagen im ersten und
      zweiten Semester, bis hin zu richtig komplexen und professionellen Arbeiten
      war alles dabei, egal ob Plakatdesign, filmische Animationen, Produktdesign
      oder Fotografie. Die Studierenden sollen querdenken und über ihr eigent-
      liches Fachgebiet hinaus forschen, Verknüpfungspunkte schaffen. Mitmachen
      durfte man auch. Aus farbigen Papieren konnte man sich einen Block nach
      seiner eigenen Farbzusammenstellung gestalten. Tolle Idee. Wer die Chance
      hat, hier mal einen Blick hinein zu werfen, der sollte es ausgiebig nutzen.
      Sehr spannend!

      Ein Extraschicht-Abend hätte auf Zollverein nicht gereicht, so viel gab es zu
      entdecken und zu erleben.

      Datum: 30. Juni 2018

      Infos und Fotos Teil 2