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      Wenn man an Bergsteigerlegenden denkt, kommt einem Reinhold Messner
      automatisch in den Sinn. Er gastierte mit seinem Vortrag "Weltberge" im
      Gasometer Oberhausen.

      Zunächst erklärte Nils Sparwasser vom Deutschen Zentrum für Luft und
      Raumfahrt die Entstehung der Berg-Animationen, die Messner später auch
      verwendete. Hochauflösende Fotos von Satelliten erfassen die höchsten
      Berge der Welt aus spannenden Perspektiven. Auf die 3D-Architektur der
      Bergriesen lebt man anschließend digital die Satellitenfotos. Das Ergebnis ist
      nicht nur sehenswert, es erleichtert auch Bergsteigern die Planung
      neuer Routen bis ins Detail oder Rettungskräften bei Katastrophen die
      Koordination.

      Messner setzte anschließend noch eine vierte Dimension drauf, das persön-
      lich Erlebte. So wurde der Abend zu einer Reihung von Geschichten. Messner
      erzählte vom Beginn des Alpinismus in den Alpen und von einigen wichtigen
      Erstbesteigungen, z.B. am Montblanc. Erst waren es Abenteurer, die die
      Herausforderung suchten. Sie wollten die Berge erobern und stießen häufig
      an ihre Grenzen. Selbst der Reeder Rickmer Rickmers war ein begeisterter
      Bergsteiger. 1865 wurde erstmals das Matterhorn erklommen. Diese tra-
      gische Geschichte mit mehreren Toten beim Abstieg ließ Messner nicht aus.
      Später wurde der Schwierigkeitsalpinismus populär. Man suchte neue und
      noch gefährlichere Routen. Auch Messner bestieg den Mount Everest ohne
      Maske, was hauptsächlich finanzielle Gründe hatte. Die Träger für die
      schweren Sauerstoffflaschen sparte er sich. Auf diese Art und Weise erklomm
      er viele der höchsten Gipfel der Welt. Seine schwierigste Klettertour meis-
      terte er allerdings 1968 in den Dolomiten.

      Höhe, schwierige Routen und gefährliche Wege sind heute noch der Nerven-
      kitzel, den viele Bergsteiger motiviert. 11.000 Dollar zahlen sie für die Erlaub-
      nis, den Mount Everest zu erklimmen. Der erste Achttausender wurde 1950
      eher unplanmäßig bestiegen, der Everest 1953. Diese lebensfeindlichen
      Umgebungen sind die Rahmenbedingungen, die menschlichen Grenzen
      auszuloten. Sie sind endlich, doch was kann der Mensch leisten? Manchmal
      helfen auch nur noch aufputschende Drogen, um dort oben durchzuhalten
      und zu überleben. Für Familienväter sind solche Extremtouren eigentlich
      unverantwortlich, so Messner. 1984 bezwang er sogar zwei Achttausender
      mit rund 12.000 Höhenmetern am Stück. Er verlor aber auch seinen Bruder
      am Berg, eine Geschichte, die er ausführlich berichtete. Die Eislawine traf ihn
      beim Abstieg.

      Es gibt tatsächlich noch einzelne Berge oder Felswände, die gemeistert
      werden wollen, eines Tages. Das Handeln gegen den Selbsterhaltungstrieb
      hört nie auf. Trotzdem werden die Berge immer größer sein als der Mensch.
      Sie geben ihm die Möglichkeit Maß zu nehmen. Spaß ist dort oben ein
      Fremdwort.

      Es war eine spannende Reise durch die hochalpine Bergwelt mit einem
      Reinhold Messner, der dort zu Hause ist.

      Datum: 17. Mai 2018

      Infos und Fotos zur Ausstellung "Der Berg ruft"
      www.gasometer.de