abenteuer-ruhrpott.info
Aktuelles
Freizeit 1
Freizeit 2
Bühnen
Veranstaltungen
Buchtipps
Orte zum Feiern
Kontakt
      Mit der sehr schönen Jubiläumsausstellung "Die Geste" stellt die
      Ludwiggalerie Schloss Oberhausen feiert sich das Haus selbst. Auf
      zwanzig Jahre darf man erfolgreich zurückblicken.

      Jeden Tag benutzen wir x-fach diverse Gesten. Wir runzeln nachdenklich die
      Stirn, schütteln zur Begrüßung die Hand, sind wütend, fühlen uns ohn-
      mächtig, lachen oder beten. Der ganze Tagesablauf und das Miteinander
      bestehen aus Gesten.

      In der Kunst findet man zahlreiche Werke, in den Gesten eine wichtige Rolle
      spielen. Besonders in Zeiten, als das Lesen und Schreiben längst nicht allen
      bekannt war, waren gemalte oder skulpturale Gesten ein probates Mittel der
      Kommunikation. Selbst die heute als Merkel-Raute bekannte Fingerhaltung
      ist Jahrhunderte alt, stammt vom heiligen Johannes. Heute findet man
      markante Gesten häufig in der Politik, bei Demonstrationen oder das Victory-
      Zeichen bei Triumphen. Mit Gesten wurden Soldaten für Kriege rekrutiert.
      Ein Totentuch aus Peru, mit Händen als Motiv, wurde über Jahrhunderte in
      trockenen Gebieten hervorragend konserviert. Es gibt eindeutige sexuelle
      Gesten, aber auch archaische Menschenopfer. Man ergibt sich, ist verzweifelt
      oder melancholisch. Dirigenten sind gezwungen gestenreich zu arbeiten.

      Oft sieht man aber das Gegenüber der Geste nicht. Wer wurde so angespro-
      chen? Mehrere Gesten in einer Figur beinhaltet der Jahrhundertschritt von
      Wolfgang Mattheuer. Er passte größenmäßig so gerade in die Ausstellungs-
      räume. Die Vielfalt der dargestellten Gesten ist enorm, auch wenn man nie
      alle Gesten in einer Ausstellung zeigen kann. Dabei wurde bewusst alte
      neben neuer Kunstgeschichte gehängt. Es geht in den einzelnen Kapiteln
      um die thematische Einordnung und nicht chronologisch nach Zeitepochen.
      Viele Arbeiten stammen aus verschiedenen nationalen und internationalen
      Häusern der Sammlung Ludwig. Ergänzt werden sie durch diverse Leihgaben
      bedeutender Museen.

      Zur Ausstellung ist ein toller Katalog zum Preis von 39,80 Euro im Shop
      erhältlich. Es wird ein spannendes Rahmenprogramm angeboten, wo sogar
      am 27. Oktober im Rahmen einer Party getanzt werden soll.

      Laufzeit: 23. September 2018 bis 13. Januar 2019

      www.ludwiggalerie.de