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      „Haste Töne 2.0“ ist der Titel der neuen Varieté-Show im insgesamt sehr netten
      Varieté et cetera in Bochum. Sie ist beste Unterhaltung mit ganz viel Spaß und
      gutem Humor.

      Ständig ist auf der Bühne etwas los. Als Regisseur und Moderator glänzt
      Sammy Tavalis. Er ist der Kopf einer ausgezeichnet guten Artistentruppe, die
      nicht nur gut miteinander harmoniert und agiert, sondern mit sehr viel Spielfreude
      multifunktional positiv überrascht. Sie sind wirklich keine normalen Artisten, die
      einfach ihre Nummer abliefern. Sie können tanzen, singen und sogar musizieren.
      Die Show ist gepaart mit viel guter Live-Musik der Künstler. Oft handelt es sich
      dabei um traditionelle Instrumente mit besonderen Ergänzungen oder um krea-
      tive Selbstbauten von Sammy Tavalis. Man hört Fingerklaviere, einen Kontrabass
      als Luftballon mit „Stand by me“, ein Cello, Gitarren, oder einen Selbstbau einer
      Beat-Maschine mit sechs Instrumenten zugleich. Da war ein sehr kreativer und
      guter Moderator am Werk.

      Die Show ist mit ganz viel Liebe zum Detail inszeniert. Der Humor trifft voll den
      Geschmack des Publikums, das bei der Premiere sehr gut mitging und auch
      einbezogen wurde. Kein Witz geht unter die Gürtellinie. Man versucht sich auch
      nicht als schlechter Kabarettist. Auch die die etwas abgedrehte Nummer von
      Sammy Tavalis als Travestiestar ist nicht albern, sondern gut gemacht. Er spielt
      unheimlich klasse mit Sprache, Körpersprache und Mimik. Auch die unvermeid-
      baren Übergänge zur nächsten Nummer sind in der Regel fließend. So kommen
      sie z.B. auf getunten Dreirädern als harte Rocker zu „Born to be wild“ auf die
      Bühne, um ironisch mit den Klischees der harten Männer auf ihren Maschinen
      zu spielen. Als Inder führen sie einen Umbau durch oder der Moderator entlockt
      dem Glas eines Zuschauers mit seiner Gitarre unerwartete Töne. Der Draht
      zwischen Publikum und Akteuren stimmt.

      Die sehr multifunktionalen Artisten können durch die Bank voll und ganz
      überzeugen. Svetlana Belova zeigte ihre Kontorsion bereits im Cirque du soleil.
      Sie hat wirklich wahre Gummiknochen. Eine klasse Nummer. Die Tridiculous
      liefern allerfeinste Tanzakrobatik ab. Mit den Diabolos zaubert Mr. Wow sehr
      kreative Momente auf die Bühne. Semion Bazavlouk macht nicht nur als Human
      Turntable eine sehr gute Figur. Er kann wirklich alles und dazu auch noch gut,
      ein Ausnahmeartist. Ihor Yakymenko rockt den freistehenden Mast oder Bianca
      Capri verzückt dynamisch-erotisch am Vertikalseil. Auch Rostyslav Hubaydulin
      oder Wasili Urbach als Puppet on a string sorgen für beste Unterhaltung. Immer
      wieder wirbeln sie über die Bühne oder zeigen gekonnte Akrobatik oder Humor.
      Ein Zahnrad greift immer direkt ins nächste, was gar nicht so leicht ist. Neben
      deutschen Artisten sind auch Kollegen aus der Türkei, dem Irak, Russland und
      Israel dabei, eine interessante Mischung. Man verträgt sich wie selbstver-
      ständlich.

      Obendrein werden die Artisten sehr gut ins Licht gesetzt, schöne Effekte. Für
      eine so bunte, kurzweilige und abwechslungsreiche Show braucht man dann
      auch kein großes Bühnenbild mehr.

      Wie bereits erwähnt, geht es sehr musikalisch zu. Jeder Artist spielt auch
      mindestens ein Instrument. Zwar kommt die Musik hier und auch vom Band,
      aber oft werden Nummern live mit Instrumenten oder Beatbox-Einlagen auf der
      Bühne begleitet, ein Hauch von Urbanatix auf begrenztem Raum. Man versucht
      sich sogar in einer Dreier-Beatbox-Battle, wirklich gekonnt witzig gemacht. Es
      geht stilvoll klassisch und richtig rockig zu oder es darf auch mal ein Chanson
      wie „Lili Marleen“ auf dem Fingerklavier sein, Das Publikum singt da gerne mit,
      wie auch bei Funky-Einlagen. Ein Cello kann auch wie eine E-Gitarre klingen,
      wirklich irrwitzige und gute Ideen.

      Es ist einfach eine richtig klasse Show mit viel Witz, Artistik, Poesie, Niveau
      und Vergnügen auf beiden Seiten, beste Abendunterhaltung in Bochum. Der
      Spaß, die Musikalität und die Kreativität der Akteure werden ganz groß ge-
      schrieben. Das selbst gegebene Prädikat 2.0 stockt die Redaktion als Fazit
      auf mindestens 2.1 auf. Klasse Show! Das Premierenpublikum dankte es mit
      sehr viel ehrlichem Applaus.

      Laufzeit: 4. März bis 12. Juni 2016

      www.variete-et-cetera.de