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      Das Ballet am Musiktheater im Revier (MiR) hat schon oft bewiesen, dass es
      trotz kleiner Besetzung glänzen kann. Dazu gehört jeden Tag harte Arbeit,
      ehe man den Premierenapplaus genießen kann. Im Rahmen einer öffentlichen
      Probe, unter den Titel "Ballett hautnah", können sich interessierte ein Bild
      davon machen, was es heißt, ein Ballettprofi zu sein.

      Michele Yamamoto, Assistentin der Ballettdirektion, wies die Interessieren
      zu Beginn ein. Wegen des Pfingstwochenendes standen viele Aufführungen
      auf dem Plan. Die meisten der Tänzerinnen und der Tänzer der 14-köpfigen
      Kompanie, plus ein paar Gäste, waren an diesem Samstagmorgen anwesend.
      Renato Paroni de Castro, Choreograf und Ballettmeister, startete sein
      80-minütiges Balletttraining bewusst sehr ruhig. Ausnahmsweise kam die
      Klaviermusik vom Band. Der Stammpianist war ausgefallen und ein neuer
      musste sich erstmal in die Begleitung einhören. Ansonsten wird jede
      Ballettprobe live am Klavier begleitet, eine spannende Mischung aus Klassik
      und Ragtime.

      Renato Paroni de Castro merkte man deutlich seine langjährige Tanzerfah-
      rung an. Der Brasilianer kam rum, ob an der Mailänder Scala, in Frankreich
      oder in London. Die Tänzerinnen und Tänzer müssen zunächst diverse Dehn-
      übungen an der Stange absolvieren. Beine, Arme, Füße und Hände sollen
      elegant die Bewegungen ausführen. Morgens um 10 Uhr sind auch Profi-
      tänzer noch nicht warm. Ihnen sollte aber im Laufe des Trainings noch warm
      werden.

      Mit Konzentration und ab und an mal einem locken Spruch auf den Lippen
      führte Paroni geschickt durchs Training. Sein Blick sah alles. Jede fehlende
      Körperspannung oder nicht hundertprozentig ausgeführte Bewegung wurden
      von ihm sofort korrigiert. Gewisse Körperhaltungen nennt er Brigitte Bardot,
      Sofia Loren oder Rita Rayworth. Leicht zu merken.

      Im zweiten Teil wurden die Stangen weggeräumt. Jetzt wurde richtig getanzt.
      Der Ballettmeister machte die kurzen und anspruchsvollen Tanzsequenzen
      vor. Er lebt das Ballett mit viel Temperament, auch wenn das fortschreitende
      Alter tänzerische Perfektion nicht mehr zulässt. Hochklassige Tanzsequenzen
      zeigte die Kompanie. Da staunte man aus nächster Nähe. Am Ende gab es
      auch schwierige Drehungen und Sprünge zu sehen. Der Schweiß floss. Jeder
      will schließlich einmal in seiner Karriere Romeo oder Julia darstellen dürfen.

      Man sah wirklich, wie viel Arbeit hinter einem gelungenen Ballettabend
      steckt. Täglicher Trainingsfleiß ist die Grundlage für den Erfolg auf der Bühne.
      Kaum ein Angestellter der Stadt Gelsenkirchen schaut übrigens so oft in den
      Spiegel, um seine eigene Leistung zu überprüfen.

      Die öffentlichen Proben finden auch in der Spielzeit 2018/2019 regelmäßig
      statt. Der Besuch ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist notwendig.

      Datum: 19. Mai 2018

      www.musiktheater-im-revier.de