abenteuer-ruhrpott.info
Aktuelles
Freizeit 1
Freizeit 2
Bühnen
Veranstaltungen
Buchtipps
Orte zum Feiern
Kontakt
      Mit der Ausstellung "Carmen Herrera - Lines of Sight" präsentiert das K20 in
      Düsseldorf eine sehr außergewöhnliche Künstlerin, die erst mit 89 Jahren
      international populär wurde und mit ihren nun 102 Lebensjahren noch immer
      jeden Tag in ihrer Wohnung in Manhattan malt. 70 Jahre ihres künstlerischen
      Schaffens sind zu sehen.

      Ursprünglich stammt sie von Kuba, war dort aber künstlerisch weit ihrer Zeit
      voraus. Jahre vor der Pop Art schuf sie ganz ähnliche Werke. Die Tatsache,
      dass sie keine Weiße und zudem eine Frau ist, gestaltete ihr den Weg in die
      internationale Kunstszene in Paris und New York schwierig. Nie jedoch orien-
      tierte sie sich am Kunstmarkt oder an der Mode. Abgesehen von ihren ersten
      Arbeiten 1948 in Paris und einigen expressionistischen Werken 1951 auf Kuba,
      blieb sie ihrer geometrischen Abstraktion treu, bis heute. Farbenfroh und frisch
      sind ihre Arbeiten bis ins hohe Alter. Dabei arbeitet sie mit Acrylfarben, die sie
      direkt auf die Leinwand aufbringt. Die Kanten klebt sie ab. Heute macht das ein
      Assistent sehr exakt. Die Farbe ist dabei nicht symbolisch gemeint. Es sind
      keine Anklänge an Kuba, auch wenn es so aussieht. Ihre grün-weißen Bilder
      zählen zu den wichtigsten ihres Werks. Schön sind aber auch die schwarz-
      weiße Bilder.

      Carmen Herrera hat auf Cuba Architektur studiert. Ihre Einflüsse sind in ihren
      Arbeiten immer sichtbar. Wichtig ist die Harmonie aus Farbe und Formen. Dazu
      zählen ebenfalls schöne Skulpturen aus Sperrholz. Sie hat stets einen leichten
      Drang ins Dreidimensionale. Über die Jahrzehnte hat sie Modedesigner,
      Architekten und andere Künstler durch ihr Schaffen beeinflusst. Auf Kuba fühlte
      sie sich allerdings als zu bunter Vogel, der alle Grenzen sprengt. Sie hat
      Kuba 1963 nicht mehr betreten. Ein Film in der Ausstellung ergänzt die
      Präsentation.

      Heute lebt und arbeitet sie in ihrer recht kleinen Wohnung in New York, die
      seit 60 Jahren ihr Zuhause ist. Ihre alten Arbeiten befinden heute fast aus-
      schließlich in Privatsammlungen und Museen. Sie erzielen auf dem Markt
      durchaus Preise von über einer Million Euro. Die Kunstsammlung NRW ist in
      Verhandlungen über den Erwerb einiger Werke mit Hilfe von Sponsoren. Diese
      Ausstellung ist die bisher größte von Carmen Herrera in Europa. Sie ist absolut
      sehenswert.

      Ein begleitender Katalog ist im Museum erhältlich.

      Laufzeit: 2. Dezember 2017 bis 8. April 2018

      www.kunstsammlung.de