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      Das Theater Oberhausen erlebte einen denkwürdigen Abend. "Jan Plewka
      singt Rio Reiser" stand auf dem Plan. Es waren zeitweise außergewöhnliche
      Momente.

      Wenn ein so charismatischer Charakterkopf wie Jan Plewka einen ebenfalls
      sehr außergewöhnlichen Musiker wie Rio Reiser auf die Bühne bringt, dann
      kann man was erwarten. Zunächst kam er über die Saaltür im den Raum,
      ehe es auf die Bühne ging. Mit "Halt mich an deiner Liebe fest" war es ein
      gelungener Start. Große Moderationen gab es nicht, aber das tat dem Abend
      keinen Abbruch. Man merkte ihm aber an, dass der Schauspielbranche
      verhaftet ist. Vieles wurde gestisch sehr untermalt. Gesanglich hat Jan
      Plewka als Sänger der Band Selig schon oft bewiesen, dass er seine Stimme
      gut beherrscht. So wurde es ein Theaterkonzert mit darstellerischem Bezug
      zum Ort.

      Neben großen Hits wie "Alles Lüge", "Lass uns ein Wunder sein", "Für immer
      und dich" oder "Junimond" spielte er auch Songs wie "Der Turm stürzt ein",
      "Das ist unser Haus" oder "Keine Macht für niemand". Gänsehaut spürte
      man beim "Zauberland". Rockige und ruhige Passagen wechselten sich ab.
      "Somewhere over the rainbow" war eine schöne Fremdeinlage.

      "Ich denk an dich" wird eine tatsächlich völlig unvorbereitete Zuschauerin
      aus der Reihe 10 noch besonders in Erinnerung behalten. Erst zerrte sie
      Plewka mehr oder weniger auf die Bühne, um ihr dort in horizontaler
      Schmuseposition doch gefährlich nahe zu kommen. Ein Ensembleschau-
      spieler des Theaters wäre dafür fristlos gefeuert worden. Er hatte sich ganz
      offenbar in sie verguckt und sang sie noch öfters aus der Ferne an. Extrem
      grenzwertig!

      Die zweite Hälfte des Abends verlief sowieso spürbar unkonventionell. Einige
      Sessions der sehr guten Band und oft langgezogene Songs waren nicht
      selten, während Plewka kürzer oder länger hinter der Bühne oder irgendwo im
      Saal verschwand. Martin Engelmann saß u. a. an den Drums und ist auch
      musikalischer Leiter am Theater Oberhausen. Zum Ende kündigte Plewka
      noch eine lange Partynacht bis zwei Uhr mit u. a. ihm als DJ im Foyer an,
      worauf man im Theater scheinbar gar nicht vorbereitet war und auch gar
      nichts von wusste. Jan Plewka hatte offensichtlich Spaß an diesem Abend in
      Oberhausen, mit oder ohne Rauschmittel. Man weiß es nicht.

      Den "König von Deutschland" hatte er jedenfalls seinem Idol überlassen. Als
      König wollte er sich dann doch nicht krönen. Die Zuschauer erlebten jeden-
      falls eine Sternstunde mit Jan Plewka und Band.

      Datum: 19. Oktober 2018, Theater Oberhausen

      www.jan-plewka.de
      www.theater-oberhausen.de