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      Einen sehr schönen Silvesterabend erlebten die vielen Besucher im Theater
      Oberhausen. Das Ensemble hatte zur absolut sehenswerten Lieblingslieder-
      Revue "Große Lieder, echte Gefühle" eingeladen.

      Die Theatergeister aus Oberhausen hatten sich sehr viel Mühe gegeben. Der
      Chef Florian Fiedler und seine Hausregiesseurin Babett Grube bekamen das
      passende Silversteroutfit verpasst. Er mit edler Stoffhose, blauen Schuhen und
      wechselnden Jackets, während Babett im schwarzen Abendkleid auf der Bühne
      stand. Sie führten moderierend gut und unterhaltsam durch den Abend. Vieles
      war dieses Jahr in der Welt schlecht, doch bleibt etwas Hoffnung auf ein
      positives 2018.

      Die Liederrevue stand unter einem oft sehr persönlichen Motto. Die Mitglieder
      des Schauspielensembles steckten jede Menge Herzblut in das Stück, genau
      wie die Regie, die Kostümabteilung mit oft tollen Outfits oder die Bühnenbilder.
      Nichts wurde dem Zufall überlassen, immerhin war das Haus nahezu voll
      besetzt. Musikalisch untermalt wurde die Revue von einer sensationellen Band
      bestehend aus Martin Engelbach (musikalische Leitung am Haus), Volker Kamp
      und Serge Corteyn. Sie brachten es fertig, zu jedem Song den passenden
      Sound zu kreieren. Ein großes Lob!

      Den Eisbrecher machte Anna Polke mit "Wanne-Eickel" (Tana Schanzara). Es
      folgte Susanne Burkhard als Bondgirl ganz in Silber mit "Skyfall", ehe Clemens
      Dönicke "Just can`t get enough" von Depeche Mode intonierte. Der Song lief
      damals in Karl-Marx-Stadt im Jugendklub. Da war der erste Kuss nicht zu
      verhindern. Rebellisch wurde es mit Burak Hoffmann und "Weck mich auf" von
      Sammy Deluxe. Die beste gesangliche Bühnenperformance hat nicht selten
      Ronja Oppelt, die in jungen Jahren schon eine Persönlichkeit auf der Bühne
      darstellt. Ihre Lieblingslieder waren als Teenie "Barbie girl" oder "Mr. Bombastic",
      die sie vor ihren Eltern zu Hause drei Stunden lang kostümiert vortrug, nun aber
      tabu waren. Sie musste einfach Schauspielerin werden. Hier entschied sie sich
      für das eher unbekannte und feine "Zuhause" von Dota Kehr. Ihr doppeltes
      Lottchen Lise Wolle, zusammen sind sie unschlagbar, folgte mit "First day of
      my life" von Bright Eyes. Eigentlich wollte Mervan Ürkmez "Wuthering heights"
      von Kate Bush singen, doch es kam anders. Im Talk kam heraus, dass er die
      berühmte Choreo zum Song vor einigen Jahren beherrschte. Es wurde spontan
      umdisponiert. Sah gekonnt aus.

      Immer wieder wechselte mal das Bühnenbild. Aus dem rosaroten Mädchen-
      zimmer für Ronja und Lise wurde eine Bar. Ingrid Sanne sang schön den
      "Kriminaltango". Das Küken der Truppe, Emilia Reichenbach (23), intonierte
      erstaunlich reif "D'Red" von Sophie Hunger und Klaus Zwick erinnerte mit
      "Ermutigung" an das erste Wolf Biermann-Konzert im Westen. Heimlicher
      Höhepunkt der Revue war Elisabeth Hoppe mit "Vuelvo al Sur" von Astor
      Piazolla. Ihre Mutter hat argentinische Wurzeln. Sehr gut gesungen und von der
      Band hervorragend begleitet. Die leisen Töne sind die schwierigen. Banafshe
      Hourmazdi machte es mit "Creep" eher rockig, Jürgen Sarkiss machte den Elvis
      und Christian Beyer sang "Just like heaven" von The Cure. Begleitet von Ronja
      und Lise präsentierte Ayana Goldstein "Single Ladies" von Beyoncé. In Abwe-
      senheit des erkrankten Torsten Bauer bot Jürgen seinen Song "Mein Ding" von
      Lindenberg dar, ehe alle zusammen "Bleib dir nicht treu" von Faber sangen.

      Dieser Abend war eine tolle Möglichkeit, die sehr unterschiedlichen Mitglieder
      des Ensembles mal etwas persönlicher kennenzulernen, was in einer Rolle
      sonst eher selten möglich ist.

      Anschließend gab es Currywurst und diverse leckere Suppen als Buffet.
      Draußen wurde um Mitternacht nicht nur vom Dach des Theaters ein Feuerwerk
      abgeschossen. Zum Glück war es trocken. Danach sorgte die griechisch-
      italienische Band Baci Rubati für wunderschöne Klänge im "Pool" (ehemalige
      "Bar"). Es war ein wirklich runder Abend, der mit diesem Programm im Februar
      oder noch öfter wiederholt werden soll.

      Angekündigt ist nun auch das Stück zu den ersten hundert Tagen der neuen
      Intendanz. Es heißt "Bilder deiner großen Liebe", ist von Wolfgang Herrndorf
      und wird im März 2018 zu sehen sein.

      Datum: 31. Dezember 2017

      www.theater-oberhausen.de