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      Unter dem Titel "Zechen im Westen" zeigt das LVR-Industriemuseum
      St. Antony-Hütte in Oberhausen die Lebenswege der Zechen westwärts von
      Zollverein, bis hin ins Aachener Revier.

      Die Fotos auszusuchen war ein wahrer Kraftakt. Das Archiv der ehemaligen
      Gutehoffnungshütte beim LVR umfasst rund 200.000 Fotos plus 16.000
      belichtete Glasplatten. Hinzukommen Fotos aus dem Bestand des Ruhr
      Museums, sowie u. a. aus dem Stadtarchiv Oberhausen. Am Ende entschied
      man sich für 48 Fotos, die von der Abteufung, über den Bau der Übertage-
      anlagen, den Untertageabbau, das Wohnen im Umfeld, die Sozialeinrich-
      tungen, den Kriegszeiten bis hin zur Schließung und Nachnutzung das Leben
      der Zechen dokumentieren.

      Wer Zechenromantik sucht, der guckt vergebens. Es ist die Realität, wenn
      auch untertage natürlich gestellt. Da liegt sogar der verglückte Bergmann auf
      seinem Sterbebett. Die Kumpel säubern sich nackt in der Kaue. Übertage
      arbeiteten 1956 tatsächlich Frauen im Labor. Der Betrieb sorgte sich um die
      Ausbildung, Unterbringung und gesundheitlichen Fürsorge seiner Mitarbeiter.
      Man sieht Bergmannsheime, Speisesäle, Schrebergärten oder die Bewohner
      der Zechensiedlungen.

      Es ist die persönliche Ebene, die sich durch diese Ausstellung zieht. In der
      Nachbarschaft wurden plötzlich Vorbereitungen für eine neue Zeche geschaf-
      fen. Es wurde anschließend abgeteuft. Aus dem Acker wurde eine Zeche
      direkt in der Nachbarschaft. Auf Gruppenfotos wurde streng nach Beamten
      und Bergleuten getrennt. Zeche Jacobi in Oberhausen war sogar ähnlich
      eines Schlosses, in diesem Fall der Arbeit. Gezeigt werden Schachtanlagen
      aus Essen, Oberhausen, Duisburg, Moers oder Aachen. Es sind Schwarz-
      Weiss-Aufnahmen, einige wenige Farbfotos und auch Luftaufnahmen.

      Die abgebildeten Proteste bezeugen von ersten Zechenschließungen. Später
      wurde aus dem ehemaligen Acker ein Erholungsgebiet, ein Wohnviertel,
      Büroarbeitsplätze oder ein Golfplatz. Der Ansatz dieser Ausstellung verfolgt
      mal einen ganz anderen Ansatz. Auf die Details muss man achten.

      Zur Ausstellung ist eine sehr interessante Begleitbroschüre zum Preis von
      7,95 Euro erhältlich.

      Laufzeit: 6. Juli bis 22. September 2018

      www.industriemuseum.lvr.de