![]() |
![]() |
![]() |
||
![]() |
||||
![]() |
||||
![]() |
||||
![]() |
||||
![]() |
||||
![]() |
||||
![]() |
||||
|
Der Kunstpalast in Düsseldorf präsentiert die sehr sehenswerte Ausstellung „Niki des Saint Phalle – Dream Machine“. In zwölf Räumen werden 40 Jahre ihres Schaffens zusammengefasst. Über 100 Werke sind zu erleben. Der begleitende Katalog ist im Hirmer Verlag erschienen. Niki de Saint Phalle (1930-2002) war eine Künstlerin, die bis heute nicht an Aktualität verloren hat. Viele kennen nur ihre Nanas, die farbig-fröhlich erscheinenden Figuren, die zum Teil ziemlich groß daher kommen. Das ist jedoch ein Trugschluss. Sie wollte mit ihrer Kunst stets die Gesellschaft aufrütteln, die Machtverhältnisse korrigieren. Die Männer bestimmen in der Welt und oftmals auch die Familie. Sie zeigt die Frau als Gebärende, Mutter oder Schwangere. Sie selbst erlebte sexuellen Missbrauch durch ihren Vater. Ab 1960 ließ sie ihre Wut darüber in ihren Schießbildern aus. Mit Farbpatronen schossen sie und andere Auserwählte auf ihre dafür präparierten Werke. Kleine Details mit bestimmten Bedeutungen lassen diese Arbeiten zu Denkspielen werden. Ihre Zerrissenheit wird deutlich. Von ihren männlichen Künstlerkollegen würde sie dafür sehr respektiert. Gemeinsam erschuf man Arbeiten im Kollektiv. Sie war eine Netzwerkerin. Ihr Partner Jean Tinguely inspirierte und unterstützte sie mit seinen Kenntnissen im mechanischen und Bereich. Er half ihr auch beim Errichten größerer oder begehbarer Skulpturen der Nana-Periode. Sie hatte reale Träume von einer besseren Gesellschaft, die sie hartnäckig verfolgte. So wurde der Vogel ein Symbol für Freiheit, also für sie selbst. Die Spinne steht für die Selbstermächtigung, das Fressen. Träume waren für sie Möglichkeiten Räume zu öffnen, keine Flucht vor der Realität. Sie brachte die inneren Dinge nach außen. Vieles davon ist in ihrem Tarot-Garten zu erleben, an dem sie und Freunde über 20 Jahre arbeiteten. Teile davon gibt es auch als Modell in der Ausstellung, z.B. den Teufel in überlebensgroßem Format. Ein wichtiger Ort für sie war das Theater. Als sie nach Paris kam, nahm sie Schauspielunterricht. Sie schrieb Theaterstücke und entwarf Bühnenbilder. Ja, sie drehte sogar Filme, in denen auch sie selbst, Freunde oder die Familie mitwirkten. Sie war eine sehr vielseitige Künstlerin. Niki de Saint Phalle benutze, neben ihren nicht-sexualisierten Nanas, gerne Sprachbilder, z.B. Sprechblasen. All das macht auch junge Generationen auf sie aufmerksam und neugierig. Selbst Kinder erkennen schnell die Bedeutung einer Skulptur. „Niki des Saint Phalle – Dream Machine“, Hirmer Verlag, 202 Seiten, 130 Abb., 280 x 235 mm, Hardcover, ISBN 978-3-7774-4818-3 Datum: 27. September 2026 hirmerverlag.de |
Cover, Foto: Hirmer Verlag![]() |