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Mit der sehr üppigen und bunten Ausstellung „Udo Lindenberg – Kometenhaft panisch“ feiert die Ludwiggalerie Schloss Oberhausen einen der bekanntesten deutschen Rockmusiker, der seit 50 Jahren auch zeichnet. Das Buch zur Ausstellung bildet sehr schön die Werke und die Hintergründe ab. Das Udoversum ist reichhaltig an Eindrücken aus der Welt eines Rockstars, der in Hamburg im Hotel lebt und vorwiegend auch dort zeichnet, in der Bar, in seinem Appartement und in der Dachkammer vom „Atlantik“. Die Zeichnungen stehen für ihn gleichbedeutend zur Musik. Sein Talent zum Zeichnen begann schon früh als Autodidakt, in den Bars. Gerne zeichnete er Udogramme für seine Freunde auf Bierdeckeln, die sehr beliebt waren. Als mal etwas Likör ein Blatt befleckte, erkannte er die Möglichkeit der Likörmalerei und ließ sie patentieren. Heute nutzt er vornehmlich andere Maltechniken, alles mit liegenden Blättern. Udo benutzt keine Staffelei. Zu sehen sind frühe Exponate seines künstlerischen Schaffens. Zeugnisse vom Konservatorium der Stadt Duisburg belegen, dass er 1962/1963 dort als Student im Fach Schlagzeug eingeschrieben war. Seine Beurteilungen waren eher zufriedenstellend. Er wohnte in der Mainstraße 43 bei einer Witwe, die im Krieg Mann und Sohn verloren hatte. Oft verkehrte er im Hafenstadtteil Ruhrort, in einer Kneipe, in der durchaus namhafte Stars auftraten, sein St. Pauli im Pott. Einer von ihnen war ein gewisser Benny Quick („Motorbiene“) der ihm vom Rockstar-Dasein vorschwärmte. Man verdient Millionen und fährt in langen Autos. Das war die Geburtsstunde des Musikers und Zeichners Udo Lindenberg, dabei hat er nie wirklich Musik oder bildende Kunst studiert. Beuys und Immendorff fanden seine Kunst interessant und ermutigten ihn dran zu bleiben, bis heute. Man erkennt sehr gut die Entwicklung seines Zeichenstils von damals bis heute. Das Ausstellungsbuch zeigt neben den frühsten Werken auch alle folgenden Schaffensperioden. Gerne dreht sich das Udoversum thematisch um Themen wie Alkohol, Sex und die eher lustorientierten Dinge des Lebens. Großen Wert legt er aber auch seine Pimmelköpfe, die gegen den braunen Lärm anschreien. Nazis oder Rechtsgerichtete der Gegenwart stehen bei ihm auf dem Index. Ihnen ist die künstlerische Gegenwehr sicher. Es sind aber nicht nur oberflächlich gut wahrnehmbaren Themen der Gesellschaft, die ihn beschäftigen. Der Faust 1 und 2 taucht ebenso in seinen Bildern auf wie kirchliche Themen. Die zehn Gebote hat der zeichnerisch bearbeitet, durchaus kritisch. Selbstbildnisse dürfen in seinem Udoversum natürlich nicht fehlen. Seine Nase erkennt man immer zuerst, wenn sie auftaucht. So werden die Zeichnungen auch zu einer gewissen Bühne einer Rockikone. Gerne thematisiert er sein Zuhause, das Hotel „Atlantik“ oder seine Vorliebe für den Weltraum. Der Astronaut ist in Oberhausen gelandet. Seine Zeichnungen sind eine Mischung aus eigenen Lebenserfahrungen und Vorlieben sowie einem guten Stück Gesellschafts- und Menschheitskritik. „Udo Lindenberg – Komentenhaft panisch“, Christine Vogt, Frank Bartsch, Heel Verlag, 288 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Hardcover, 28 x 22 cm, ISBN 978-3-69019-040-4 Datum: 8. Juli 2025 www.heel-verlag.de |
Cover, Foto: Heel Verlag![]() |