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Das sehr atmosphärische Buch „Jenseits der Wintersonne - Leben und Segeln im Nordmeer“ von Veronica Skotnes erzählt vom Leben und Segeln im Nordmeer, hoch oben in der Finnmark, wo es mehr Vögel als Menschen gibt. Es ist der nördlichste Teil des Norwegischen Festlandes, umgeben von einigen Inseln. Hier spielt die Uhrzeit kaum eine Rolle. Jahreszeiten sowie Winde und Wetter prägen den Tagesablauf eines bescheidenen Lebens. Mit dem Meer bildet man eine Gemeinschaft. Es ist sehr reich an Fisch. Neben dem Fischen sammelt man Beeren oder betreibt Landwirtschaft. Es ist ein hartes Leben, wo nur die Gemeinschaft das Überleben sichert. Oft hat man nicht einmal sauberes Trinkwasser. Schulen werden immer öfter geschlossen, Arztpraxen sowieso und Familien ziehen weg. Was oft bleibt ist eine älter werdende Bevölkerung, die immer mehr verlassene Häuser und Siedlungen hinterlässt. Einst waren es Besitzer von Fischfabriken aus dem Süden, die die Fischverarbeitungsbetriebe im Norden kauften und schlossen. Die Fischfangrechte waren bereits in der Hand der großen Trawler. So gingen viele Jobs verloren. Veronica Skotnes ist mit ihrem relativ geräumigen Fischkutter inklusive vier Segeln unterwegs, möchte die Menschen kennenlernen. Warum leben sie dort als Selbstversorger, so abgeschieden in wunderschön rauer Natur? Welche Probleme haben sie? Sie erfährt von der Tradition dieser Leute, hört von den Gräueltaten der Nazis um 1943, die alles verbrannten, was ihnen vors Streichholz kam, selbst die Kirchen. Nach dem Krieg baute man wieder auf, aber die globalen Verflechtungen treffen selbst die Finnmark. Heute zeugen die Friedhöfe von besseren Tagen. Allerdings liegen hier fast nur Frauen. Die Männer fanden zu oft den Tod auf See. Diese Reise ist auch eine Art Selbstfindung für die Autorin selbst. Sie sucht die Freiheit, möchte nicht von der Gesellschaft im Alltag getrieben werden. Warum tut sie sich das an? Sie ist 27 Jahre jung. Die Winter sind dunkel, stürmisch und eisig kalt. Stets sucht sie im Winter einen geschützten Anlegeplatz, fegt ab und zu den Schnee vom Deck und wartet auf die ersten, wärmeren Frühlingstage. Gelegentlich bietet sich auch mal die Möglichkeit in einem Haus zu schlafen. Es ist eine wirklich einsame Gegend im nördlichsten Europa, nahe des Nordkaps. Man muss schon besondere Gründe haben, um hier zu leben und zu segeln. Es sind spannende Einblicke in für viele Mitteleuropäer fremde Lebensformen. „Jenseits der Wintersonne - Leben und Segeln im Nordmeer“, Veronica Skotnes, Delius Klasing, 208 Seiten, 18 Zeichnungen, 15 Fotos, 15.1 x 22.5 cm, gebunden mit Schutzumschlag, ISBN 978-3-667-13204-8 Datum: 6. April 2026 delius-klasing.de |
Cover, Foto: Delius Klasing![]() |