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Aquazoo Löbbecke Museum in Düsseldorf
Eine sehr gelungene Mischung aus Aquarium und Naturkundemuseum ist der Aquazoo Löbbecke Museum in Düsseldorf. Sehr lehrreich und spannend wird hier die Evolution der Tierwelt aus dem Wasser an Land in 140 Aquarien, Terrarien und Großanlagen für alle Altersgruppen vermittelt.

Vier Jahre lang hat man bis 2017 umgebaut und rund 21 Mio. Euro investiert. Dann feierte man die Wiedereröffnung. Die Technik wurde ebenso ausgetauscht wie alle Scheiben der 25 Themenräume. Etwa 5.000 Individuen und 560 Tierarten werden auf einem Rundgang präsentiert, der die Besucher ganz nah an die Tiere und Pflanzen bringt. Ein Farbleitsystem führt aus dem Wasser an Land. Auch das LED-Licht wechselt tagsüber in vier verschiedene Lichtszenarien plus der Option für Mondlicht bei Abendführungen.

Jeder Themenraum wird mit übergroßen Modellen von Tieren oder Tierskeletten eingeleitet. Oft gibt es auch interaktive Stationen für Kinder und Erwachsene haptische Objekte, Mikroskope, Filme und Touchscreens). Das Wissen wird bewusst überwiegend analog vermittelt. In den Gehegen hinter Glas lassen sich die Modelle anschließend lebendig bestaunen. Diese Art von Wissenstransfer wird als roter Faden durchgezogen. Viele kleine Schritte der Evolution werden so angesprochen. Für Kinder gibt es überall sogar erhöhte Trittstufen vor den Glasscheiben. So können die kleinen Gäste ganz genau die Tiere beobachten und oftmals staunen.

Insbesondere hat man Tiere ausgewählt, die Geschichten erzählen können. Nacktmulle sind ein gutes Beispiel. Sie sind nicht wirklich schön, aber sie empfinden keinen Schmerz, erkranken nicht an Krebs, können bis zu 30 Jahre alt werden und haben ihre Lippen hinter den Schneidezähnen. Auch die Scharnierschildkröten, das Zootier des Jahres 2018, sind zu finden. Papageien, Papua-Varane, Gundis, Oman-Kuhnasenrochen, Stilaugenfliegen, Grabwespen, Tropische Seidenspinnen oder Chinesische Krokodilschwanzechsen sieht man nicht so häufig. Oft sind es die sogenannten Underdogs, die Charaktere aufweisen. Das Insektarium hat viele sehr interessante Käfer und wandelnde Insekten mit perfekter Tarnung zu bieten. Viele Tierarten werden hinter den Kulissen selber gezüchtet, auch die im freien Meer stark bedrohten Korallen. Artenschutz wird ganz groß geschrieben.

Die Tropenhalle präsentiert bei 29°C und 84 % Luftfeuchtigkeit Kaimane und Krokodile sowie 25 besondere Baumarten der Tropen, darunter Kakao, Kaffee, Zuckerrohr, Papaya, Kapok, Coca, Pfeffer, diverse Palmenarten oder einen Mickey-Mouse-Baum. Grundsätzlich versucht man jeden Lebensraum eines Tieres mit den im Habitat typischen Pflanzen zu gestalten.

Ein sehr ausführlicher Ausstellungsbereich mit dem Titel "Mensch und Meer" vermittelt auf Schautafeln und mittels Exponaten die Geschichte der Meeresforschung, der Seefahrt und die aktuellen Umweltprobleme. Im kleinen Kino laufen Expeditionsfilme des Meeresforschers Hans Hass. Alleine hier in dieser Teilausstellung könnte man mindestens zwei Stunden verbringen.

Es gibt einen Audioguide in Deutsch, Englisch und in einfacher Sprache sowie Museumsführer für Erwachsene und Kinder.

www.duesseldorf.de