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Die wirklich schönsten Seiten des Ruhrgebiets findet man entlang der Ruhr. Der Ruhrtalradweg ist für Radfahrer, Inliner oder Wanderer sehr attraktiv. Die Redaktion hat die Wanderschuhe geschnürt, einmal bei bestem Wetter von der Müga in Mülheim an der Ruhr bis Essen-Kettwig und zurück. Die Ruhr ist heute ein leise dahin fließender Freizeitfluss für Wassersportler oder die Weiße Flotte Mülheim. Einst war sie einer der meistbefahrenen Flüsse Europas, ehe man die industriellen Gütertransport 1890 oberhalb von Mülheim einstellte. Die Eisenbahn war praktischer. Seit 1927 fährt hier die Weiße Flotte Ausflügler durch das Ruhrtal. Beim Start in Mülheim an der Ruhr ist die Stadthalle aktuell im Mittelpunkt. Sie feiert 2026 ihren 100. Geburtstag mit einem künstlerischen Programm. Weiter geht am architektonisch sehenswerten Wasserbahnhof von 1958 vorbei, der von der MST erworben und demnächst auch wieder der Öffentlichkeit zugänglich sein soll. Nachdem man die wohlhabenden Wohngegenden am Ruhrufer, inklusive ihrer Wassersportvereine, hinter sich gelassen hat, beginnt der ländliche Teil der Ruhr. Hier herrscht die Natur. Fischreiher, Nutrias, Greifvögel und andere Tiere lassen sich hier mit etwas Glück entdecken, ein Paradies für Tier und Mensch. Um diese Jahreszeit streift der Ruhrtalradweg herrlich gelbe Rapsfelder in voller Blüte, ein echter Augenschmaus. Kleine Buhnen an der Ruhr laden zum Verweilen ein. Ein Picknick also nicht vergessen und einfach mal entspannen. Etwas später steht man unter der berühmten Ruhrtalbrücke der A52, ein architektonisch sehr ansprechendes Bauwerk. Von hier aus sind es nur noch etwa 3 km bis nach Essen-Kettwig. Kettwig ist ein echter Touristenmagnet, besonders an Feiertagen. Dann ist die Altstadt gut gefüllt, und gefeiert wird hier gerne. Kettwig ist ein sehr lebendiger Stadtteil, wo man seine Nachbarn noch kennt. Es gibt zwischen den netten Fachwerkgassen jede Menge Kunst, Dekoratives oder Leckeres, z.B. Speiseeis. Man legt großen Wert auf das Zusammenleben, auf Sauberkeit oder schönen Blumenschmuck in öffentlichen Grünanlagen. Hier lässt es sich herrlich flanieren und natürlich auch wohnen. Gäste treffen auf nette, freundliche und offene Menschen mit Stil und Bodenhaftung. Den 1. Mai nutzte man in Kettwig zu einem Oldtimertreffen des Automobil-Club Kettwig e.V. im ADAC. Die Oldie-Fans waren mit ihren schönen Schätzchen vor Ort und gaben gerne Auskunft. Die alten Porsche 911, ein Opel GT, verschiedene Mercedes-Modelle, ein Bitter, ein Käfer, ein Nissan Figaro oder ein Bentley zogen die Blicke auf sich. Einige Oldies wurden besonders bestaunt. Der Aston Martin DB2 aus den frühen 1950ern fuhr sogar die Mille Miglia, wurde anschließend komplett zerlegt, repariert und neu lackiert. Der Cadillac Fleedwood von 1977, mit 7 Litern Hubraum, misst 6,20 m und ist hinten sehr komfortabel ausgestattet. Man kann leider nicht mehr zurückverfolgen, ob er einst im Fuhrpark eines US-Präsidenten (Carter?) oder eines Gouverneurs gestanden hat. Ein Feuer im Cadillac-Archiv hat einst alle wichtigen Unterlagen zwischen 1977 und 1979 zerstört. Ein Mercedes-Krankenwagen von 1948 ist zu großen Teilen aus Holz gebaut. Man kaufte damals ein Fahrgestell mit Motor, Frontscheibe und zwei Sitzen, den Rest bauten die Schreiner nach eigenen Vorstellungen. Nach dem Krieg war Blech Mangelware. Es war der erste serienmäßige Dieselmotor nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland, der noch millionenfach gebaut wurde. Altes Blech mit seinen schönen Kurven ist eben immer ein echter Hingucker, im Gegensatz zum heutigen, grauen Einheitsdesign. Für die Tour sollte man genügend Essen und Trinken einpacken. Hin und zurück sind es jeweils ca. 11 km Fußweg. Datum: 1. Mai 2026 www.ac-kettwig.de (Automobil-Club Kettwig e.V. im ADAC) |
Wandertour von Mülheim an der Ruhr nach Essen-Kettwig, Stadthalle Mülheim, Foto: Jehle![]() nächstes Foto |
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