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Online-Gala zum 33. Geburtstag des BKA Theaters in Berlin
33 Jahre wurde die Berliner Kabarett Anstalt, auch bekannt unter BKA-Theater. Trotz einer nervigen Pandemie und fehlendem Live-Publikum im Haus lud man zu einer großen Geburtstagsgala mit sehr guten Gästen via Online-Stream. Das Haus ist eines der wenigen Theater Deutschlands, das in der Pandemie im Web sehr präsent ist.

Der Livestream aus dem BKA Theater Hauptstadtstudio wurde zu einer Geburtstagsparty mit vielen Gästen, die regelmäßig das Haus beehrten. Wegen der Pandemie wurden die meisten künstlerischen Beiträge aufgezeichnet und eingespielt, da nicht zu viele Menschen sich im Theater aufhalten durften. Es wurde eine bunte Show, so farbig, wie sich das Theater auch sonst präsentiert. Die Moderation übernahm die an diesem Abend leider etwas zu schräge Jurassika Parker, begleitet vom wohl temperierten Uwe Matschka als positiver Gegenpart am Klavier, besser bekannt auch als genialer „Piano Reeves“ aus der tollen Impro-Show „Chaos Royal“, ebenfalls aus im BKA-Theater zu sehen.

Zu den ersten Gratulanten zählte Jade Pearl Baker. Sie fasziniert immer wieder mit ihrer tollen Gesangsstimme und der Art, wie sie ihre Songs auswählt und vorträgt. Außerdem zeichnet sie sich sich durch nachdenklich-melancholische Geistesblitze, wohl formuliert vorgetragen, immer wieder aus. Überzeugend waren auch Kaiser und Plain, die ebenfalls mit Chansons und gekonnten Schlagerparodien glänzen. Stets ein Highlight ist „Der Tod“, dieses Mal ohne seine schwer vermisste, rosarote Exitussi. Er bringt die Pointen wirklich stets sehr humorvoll genau auf den Punkt. Bodo Wartke spielte ein gesellschaftlich-politisch bissiges Ständchen am Klavier. Musikalisch gab Sigrun Grajek ein Minikonzert mit Berliner Charme, die „Berliner Luft“ inklusive. Auch Wladimir Kaminer hob die Vielfalt dieses Theaters auf seine besondere Art angenehm hervor. Ganz bodenständige Erlebnisse aus der U-Bahn erzählte der stets so unaufgeregte und gute Beobachter Stefan Danziger. So ist wohl Berlin unter der Erde. Mit etwas unkonventionellen Kabarett glänzte Robert Alan. So richtig gut und böse zugleich hielt Arnulf Rating den Regierenden den Spiegel vor. Er appellierte sehr energisch, dass man die Künstler bitte nicht vergessen darf und die Kulturtüren nicht einfach verschließen, sondern Auftrittsmöglichkeiten ermöglichen soll. Da erlauben sich Mediziner, wie Lauterbach oder rhetorisch geschickte Virologen ein lautes Auftreten, obwohl sie schon lange keinen Patienten mehr persönlich behandelt haben. Wie Recht er doch hat. Das tolle Klassik-Musik-Team von „The Cast“ stieß in die gleiche Kerbe. Sie vermissen wehmütig den Applaus. Live im Studio war das fantastische Team von „Chaos Royal“ mit Konstanze, Fine und Tobi. Impro-Theater in sechs Minuten und jedes Trübsal ist sofort vergessen. Sie haben einfach eine unfassbar positive und mitreißende Art, die in diesen merkwürdigen Zeiten so wichtig ist.

Es gab noch viele andere Gäste, wie Klaus Lederer (Senator für Kultur und Europa in Berlin), Olaf Schubert, René Marik mit seinem Maulwurf, Jutta Hauptmann mit einer musikalischen Reise durch Neukölln, Daphne de Luxe, La Signora aus dem Ruhrgebiet, Julian Stöckel, Zombie Berlin, Peter Frost, Nektarios Vlachopoulos oder Matthias Egerdörfer. Den Abschluss setzte Ades Zabel mit ihrer bekannt schwungvollen Tanzeinlage zu „I'm on fire“.

Das sehr sympatische BKA-Theater hat nun über ein Jahr Pandemie sehr positiv und erfrischend gemeistert, da muss man vor den nächsten Jahren keine Bange haben. Als Exot der Berliner Theaterlandschaft hat es viele neue Fans gewonnen, die wahrscheinlich gerne wiederkommen, wenn die Vertreter der Politik mal ihre Scheuklappen ablegen und wieder einen klaren Blick haben. Herzlichen Glückwunsch BKA-Theater!

Der Stream ist als Aufzeichnung weiterhin abrufbar.

Datum: 30. April 2021

www.bka-theater.de