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Ausstellung 'Lucifer's Vortex. Tom Fecht' im Museum DKM in Duisburg
Mit der großartigen und spannenden Ausstellung „Lucifer's Vortex. Tom Fecht“ präsentiert das Museum DKM in Duisburg einen fantastisch guten Fotokünstler, der perfekte Bildästhetik mit wissenschaftlichen Grundgedanken verbindet.

Das Museum DKM ist seit zwölf Jahren ein Privatmuseum mit regelmäßigen Öffnungszeiten in der Nähe des Hauptbahnhofs in Duisburg. „Linien stiller Schönheit“ lautet hier das Motto und das wird eindrucksvoll gelebt. Das Haus ist ein wahres Schätzkästchen und ein absoluter Ruhepol für die Besucher, was in unserer hektischen Zeit extrem angenehm ist. Wer es noch nicht kennt, für den wäre die Ausstellung mit Arbeiten von Tom Fecht mal ein passender Einstieg.

Wer ist nun dieser Tom Fecht (geb. 1952)? Einer breiten Öffentlichkeit ist er eher nicht bekannt. Er gehört zu den wenigen deutschen Fotografen, die noch analog arbeiten. Schon immer interessierte ihn das Technische an der Fotografie. Er baut sich sogar seine eigenen Kameras. Privat bedingt war es ihm ein Zeit lang nur möglich nachts zu arbeiten. Das bedeutet, dass er hochempfindliches Material benötigt. Dafür erhielt er sogar Fördermittel der EU, um seine Arbeiten umzusetzen.

Gerne verbringt er seine Zeit in der Bretagne, am Kap Finistère. Das raue Klima des Atlantiks inspiriert ihn zu tollen Motiven, die das Meer und den Sternenhimmel zu nächtlicher Stunde darstellen. Dementsprechend stark atmosphärisch wirken seine Fotos. Man spürt die Bewegung des Wassers oder die Stille des Weltalls. Im Wasser sind es die Luciferine, Kleinstteilchen im Wasser, die ihm die entsprechende Färbung geben. Das eindrucksvolle Eingangsmotiv zeigt den wilden Atlantik großformatig auf Seide gedruckt und mit hunderten Lämpchen hinterleuchtet. Es folgt eine grandiose Serie von Impressionen von nächtlichen Gewitterblitzen auf dem Meer, die durch die abnehmende Intensität immer mehr reduziert werden, um schließlich im tiefen Schwarz der Nacht zu verschwinden. An der gegenüberliegenden Wand tauchen erneut Luciferine die Wellen des Atlantiks in verschiedene Farbtöne. Ein anderes Foto zeigt die weiße Gischt eher vieldeutig und ebenso spannend. Es könnte sich optisch auch um Schnee handeln. Das nächtliche Meer präsentiert sich wirklich faszinierend, wenn Tom Fecht es fotografisch abbildet.

Ähnlich sieht es beim Blick in den Himmel aus. Mit seinem extrem hochempfindlichen Material fängt er in seinen Langzeitbelichtungen das Licht von vor Milliarden oder Millionen verloschener Sterne fotografisch ein. So ist sein nächtlicher Himmel eine Ansammlung von unzähligen kleinen Lichtpunkten. Astrophysikern ist dieses Phänomen zwar bekannt, aber selbst die besten Teleskope können es nicht abbilden, Tom Fecht schon. Er liefert so der Wissenschaft wichtige Beweise.

Abseits der Naturansichten ist er mit seiner Kamera ebenso ästhetisch unterwegs. Arm und Bein verschmelzen zu einem Objekt. Eine Tänzerin dreht eine Pirouette. Man muss schon genau hinschauen, um das Motiv zu deuten. Ein fotografisches Abbild der Jakobsleiter mit vielerlei Deutung ergänzt die wunderbare Ausstellung.

Die Hängung ist im Museum DKM übrigens Chefsache der beiden Sammler Dirk Krämer und Klaus Maas. Dieser Grundregel muss sich jeder Künstler unterordnen. Auch dieses Mal ist Hängung wieder perfekt gelungen.

Laufzeit: 8. März bis 29. August 2021