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„Wer küsst dich?“ lautet der Titel der amüsanten Boulevard-Komödie mit Musical-Elementen, das im Drive-In-Theater an der Niebuhrg in Oberhausen dargeboten wird Wie bringt man zwei Singles dazu, ihr Einsiedler-Dasein aufzugeben? Auf der Open-air-Bühne haben die Bemühungen durchaus Erfolg. Stoff und Idee stammen von Thomas Schiffmann und Theaterchef Holger Hagemeyer, die Musik von Alexander Palm. Regie führte Holger Tiedtke.

Die Niebuhrg konnte ein ausverkauftes Haus vermelden, denn der Hof des Theaters war voll mit Autos. Die Kennzeichen stammten aus der gesamten Region, von Wuppertal bis Recklinghausen. So hungrig sind die Menschen nach Kultur, wenn sie von der Bundes- und Landespolitik durch undifferenzierte Entscheidungen ohne Augenmaß allein gelassen werden. Man saß im Auto, stellte die Frequenz ein und lauschte der Live-Vorstellung via Radio. Wenn es nicht anders erlaubt ist, dann ist das das Maß aller Dinge. Zumindest hatten einige BesucherInnen Chips und Nachos mit dabei. Man machte das Beste daraus, Lichthupe und Warnblinkanlage waren der Applausersatz.

Auf der Bühne geht es hoch her. Das Rätsel der Liebe muss geknackt werden. Gar nicht so einfach. Auf der Damenseite agiert Nicole, eine Langzeitstudentin, die einen Mann mit Geld sucht. Für ihre Freundin Andrea, seit drei Jahren Single und romantisch veranlagt, sucht sie per Kontaktanzeige einen Partner. Herren gibt es ebenfalls. Paul ist Lehrer und mit seinem Single-Dasein eher unglücklich. Sein alter Freund schneit plötzlich herein, weil er von seiner Frau rausgeworfen wurde, ohne Geld auf dem Konto. Als Amor fungieren Pauls Psychotherapeut und Thaliea. So stellt sich die Ausgangslage dar. Da auf der reduzierten Bühnenbedingungen keine Vollversion möglich ist, hat man die Geschichte anhand von Filetstücken mit einem zwischenzeitlichen Erzähler präsentiert. Das geht durchaus.

Natürlich läuft es erst einmal anders als geplant. Mit ein wenig Anschieben kommt es aber zum ersten Date, allerdings in ungeplanter Konstellation. Nicole und Marc bekommen plötzlich Lust und tricksen unabhängig voneinander ihre Freunde aus. Doch der Betrug fällt auf. Am Ende gibt es natürlich ein Happy-End der an sich selbst zweifelnden Mauerblümchen, die Amor treffen sollte.

Gesungen wird ebenfalls, wie eigentlich immer in der Niebuhrg. Swing steht auf dem Programm, eine gute Idee zum Thema. Hits wie „My way“ oder „Bad, Bad Leroy Brown“ sind dabei u. a. als deutsche Version mit neuem Text dabei.

Es ist ein einfacher und humorvoller Stoff, der diese Zeit vergnüglich auflockert und dafür sorgt, dass Live-Kultur nicht völlig ausstirbt. Ein großer Dank an das gute Ensemble des KTL Pütt-Theaters auf der Niebuhrg und natürlich an Niebuhrg-Chef Holger Hagemeyer, dass Kultur wenigstens eingeschränkt möglich ist.

Sobald der Wechsel in das benachbarte Gartentheater, mittlerweile teilweise überdacht, erlaubt ist, wird das Jahresprogramm dort fortgesetzt. Bis dahin wird im Drive-In-Theater live gespielt. Zwei Erwachsene und drei Kinder aus einem Haushalt sind sind aktuell pro Auto möglich.

Datum: 17. April 2021

niebuhrg.de