1 Abenteuer Ruhrpott - Ballett 'Dornröschen' in der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf
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Ballett 'Dornröschen' in der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf
Mit dem Ballett „Dornröschen“ bringt die Deutsche Oper am Rhein in Düsseldorf einen Märchenstoff tänzerisch neoklassisch gut auf die Bühne, choreografiert von Bridget Breiner.

Der Abend basiert auf der Grimmschen Version des Märchens. Bridget Breiner hat allerdings ein paar zeitgenössische Anpassungen vorgenommen, neue Figuren dem Märchenstoff hinzugefügt. Dornröschen ist hier Aurora (Chiara Scarrone), sozusagen das Licht in die Dunkelheit. Als Erzähler tanzt Alejandro Azorin. Er changiert zwischen den Welten. Das Fliederchen wird von Elisabeth Vincenti dargestellt, eine inspirierende Figur. Désiré (Lucas Erni) wird als Sohn von Carabosse (Sophie Martin) bezeichnet. Er ist kein Held, muss wichtige Entscheidungen seines Lebens selbst treffen. Natürlich gibt es einen König (Orazio Di Bella) und eine Königin (Balkiya Zhanburchinova). Zwölf weise Frauen mit zwölf tollen Gaben, sechs Möchtergern-Helden sowie zwei Kinder (Jonas Klöckner, Matilda Staigis) vervollständigen die Figuren auf der Bühne. Ansonsten ist die Handlung am Märchenstoff angelehnt, insgesamt kurzweilig.

Es gibt eine Vielzahl an Deutungen und Inszenierungen dieses Stoffs. Die hundert Jahre Schlaf stehen hier symbolisch für das Erwachsenwerden, für die Bereitschaft für eine feste Beziehung. Dornröschen kommt selbstbestimmt rüber. Bevor sie sich doch für Désiré als Ehemann entscheidet benötigt sie Zeit zur Orientierung. Überhaupt, Märchenfiguren werden als Menschen dargestellt. Es ist eine gut verständliche Körpersprache, von romantisch bis dramatisch. Man kann der Geschichte folgen, was wichtig für die jüngeren Zuschauer ist. Die Darstellung der Möchtegern-Helden beim Sturm auf das Schloss garniert den Abend mit einer gelungenen, humorvollen Note.

Musikalisch kann die vielfarbige Partitur von Peter Iljitsch Tschaikowsky glänzen. Die musikalische Leitung Yura Yang hat die Musik etwas gekürzt und die Zuordnungen von Musik und Szenen radikal verändert. Hinzu kommt eine Neukomposition von Tom Smith. Musik und Tanz wirken gleichwertig, eine sehr sinfonisch, schöne Partitur, präsentiert von den Düsseldorfer Symphonikern.

Die Bühne (Jürgen Franz Kirner) ist sichtbar asiatisch geprägt, eigentlich optisch interessant. Durch eine Wand und ein Tuch hat man sich im ersten Akt aber selbst den Raum genommen. Es kommt zu wenig tänzerischer Dynamik aus der Tiefe der Bühne. Das große, künstlerische Potential der Kompanie wird leider nicht ausgeschöpft. Im zweiten Akt hat man den Bühnenraum besser und offener bespielt, inkl. eindeutigere Gruppenszenen. Man spielt mit einem goldenen Lorbeer, einem Mond oder einem hundertjährigen Wecker.

Datum: 15. November 2025

www.operamrhein.de

Ballett 'Dornröschen' in der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf, Foto: Altin Kaftira

Ballett 'Dornröschen' in der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf

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