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Oper 'Elektra' in der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf
Die Deutsche Oper am Rhein präsentiert in Düsseldorf sehenswert die Oper „Elektra“ von Richard Strauss. Es ist ein sehr intensiver Abend mit jeder Menge unsichtbarem Blut und emotionalen Tönen. Regie führte Stephan Kimmig.

Es war das Zeitalter der Psychoanalyse, als die Oper 1909 in Dresden uraufgeführt wurde. Für Strauß war es die erste Zusammenarbeit mit dem Texter Hugo von Hofmannsthal. Es dreht sich um eine Familie, die interne Morde verarbeiten muss. Rache liegt in der Luft. Rund zwanzig Jahre lebt man in der Villa so vor sich hin, ehe sich sich einzelnen Seelengemälde in der Oper in Echtzeit, also in 105 Minuten, entblößen. Es ist das tragische Finale einer Familie, in der Elektra viele Dinge ertragen muss, um sich schließlich zu befreien. Entgegen der originalen Vorlage entgeht sie dem Tod.

Elektras Gesangspartie gehört zu den anspruchsvollsten in der klassischen Musik. Die Figur der Elektra ist ständig auf der Bühne. Leider musste die ursprüngliche Besetzung, Magdalena Anna Hofmann, wenige Tage vor der Premiere krankheitsbedingt absagen. Man telefonierte in der Welt herum und fand in Schweden Ingela Brimberg, der die Rolle vertraut war. Zum Glück arbeitete sie sich sehr schnell ein. Sie überzeugte mit all ihrer Routine schließlich auf ganzer Linie. Die ersten Vorstellungen wird sie übernehmen.

Szenisch ist der Abend bewusst zurückgenommen dargestellt. Man blickt in einen Innenhof einer modernen Villa, entstaubt den Stoff optisch sehr geschickt, was auch die Kostüme betrifft. Die Düsseldorfer Symphoniker, unter der Leitung von Vitali Alekseenok, hat man mit seiner außergewöhnlichen Partitur in den Mittelpunkt gestellt. Strauss hatte als Vorgabe 110 Musiker vorgeschlagen. So viele passen in Düsseldorf leider nicht in den trotzdem dicht gedrängten Orchestergraben. Mit dem Fortschritt der Handlung wird es immer lauter, intensiver und emotionaler. Das Licht wechselt von weiß zwischenzeitlich zu blutrot. Elektras Bruder Orest (Richard Sveda) erledigt die unangenehme Tat an der Mutter Klytämnestra (Linda Watson). Die Nachtstimmung auf der Bühne hellt sich plötzlich auf. Elektras Sehnsucht ist erfüllt. Dabei ist sie kein Rachetier, sondern auch eine, den einen Fluch besiegen möchte. Auch ihre Mutter ist nicht nur ein Monster, sondern auch eine Verfolgte, Spürt die Angst vor der Rache, während der tote Agamemnon immer wieder als stummer, toter Geist auf der Bühne präsent ist. Schließlich öffnet sich für Elektra am Ende der blaue Himmel hinter vorher verschlossenen Mauern. Gibt es ein Leben ohne Liebe?

Es ist eine intensive Handlung, die gut in die Neuzeit transportiert wird. Es stehen große Persönlichkeiten auf der Bühne. Linda Watson sang bereits an der Met, in Bayreuth oder an der Scala. Ingela Brimberg hat keine leichte Rolle, bringt es aber sehr gut rüber. Lina Aleksanyan als Chrysothemis glänzt mit ihrer Stimme, wie auch Richard Sveda oder Cornel Frey als Aegisth. Es ist etwas außergewöhnlich, dem Orchester die emotionale Hauptrolle zu übertragen, ohne die Szenerie völlig zu vergessen.

Datum: 12. April 2026

www.operamrhein.de

Oper 'Elektra' in der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf, Foto: Sandra Then

Oper 'Elektra' in der Deutschen Oper am Rhein in Düsseldorf

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