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Oper 'Giulio Cesare in Egitto' der Deutschen Oper am Rhein im Theater Duisburg
„Giulio Cesare in Egitto“ von Georg Friedrich Händel ist bei der Deutschen Oper am Rhein schön in Duisburg zu erleben. Es geht um Politik, Macht, Liebe und Intrigen. Michaela Dicu führte Regie.

Die Oper wurde 1724 uraufgeführt. Es sind wahre Episoden mit Ergänzungen und exotischen Geschichten. Geografisch geht es nach Ägypten. Im Mittelpunkt stehen Julius Caesar und Cleopatra. Er, ein erfolgreicher Politiker und guter Taktiker, und sie, die Königin von Ägypten werden möchte, passen in ihren grundsätzlichen Charaktereigenschaften gut zueinander. Es gibt in der Handlung zwei Stränge, Tolomeo und Cleopatra sowie Cornelia und Sesto. Der amtierende König Tolomeo hatte Pompeo gegen Caesares Willen hinrichten lassen. Gattin Cornelia und Sohn Sesto wollen ihn rächen, was Cleopatra durchaus recht ist. Es gibt zwei feste Pläne, die umgesetzt werden wollen.

Die Geschichte nimmt ihren Lauf. Cesare ein Machtmensch, zäh im Überleben, ist sinnbildlich für die stringente Handlung. Aus dem Mädchen Cleopatra wird eine reife Frau, die geschickt zu taktieren lernt. Die Figuren werden szenisch gut gezeichnet. Sesto wirkt sehr emotional und energetisch, während Cornelia (Katarzyna Kuncio) im Harem rebelliert und Cleopatra den Thron bereitet.

Was macht einen guten Herrscher aus? Ist Macht männlich und wie sieht weibliche Macht aus? Es sind unterschiedliche Machtstrategien durchaus zu erkennen, denn durch Geschlechtertausch der beiden Hauptrollen Casare und Cleopatra weisen beide gesangliche Besonderheiten auf. Cesare singt Anna Harvey (Mezzosopran), während Cleopatra durch Dennis Orellana (Countertenor) vertreten wird. Weitere ungewöhnliche Besetzungen sind Maximiliano Danta (Countertenor) als Sesto und Tobias Hechler (Sopran) als Tolomeo. Es sind selten zu hörende Stimmen, die früher gerne Kastraten sangen. Man gewöhnt sich mit der Zeit an die Stimmen. So ein Duett von Cornelia und Sesto klingt durchaus ungewöhnlich.

Die Duisburger Philharmoniker unter Musikalische Leitung von Attilio Cremonesi werden durch den Chor der Deutschen Oper am Rhein sowie historische Instrumente aus dem 18. Jahrhundert unterstützt, z.B. zwei Cembalos, ein Theorbe, ein Arciliuto, eine Viola da Gamba oder eine Laute. Musikalisch wird die Zeit Händels gut dargestellt, ein ungewöhnliches Klangbild.

Sehr angenehm ist das variable und moderne Bühnenbild mit dem Schriftzug POWER. Riesige Buchstaben hängen im Bühnenturm. Man kann sie auch liegend als zweite Bühne nutzen. Eine Badewanne symbolisiert ein Liebesnest und den Hoffnungsschimmer. Hin und wieder erblickt man einen roten Vorhang halb vor der Bühne. Das historische Element der Bühne harmoniert sehr schön mit dem modernen Grundcharakter.

Datum: 25. Dezember 2025

www.operamrhein.de

Oper 'Giulio Cesare in Egitto' der Deutschen Oper am Rhein im Theater Duisburg, Foto: Jochen Quast

Oper 'Giulio Cesare in Egitto' der Deutschen Oper am Rhein im Theater Duisburg

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