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Schauspiel 'Gi3F (Gott ist drei Frauen)' im Schauspiel Duisburg
Das Schauspiel Duisburg zeigt das sehr sehenswerte Stück „Gi3F (Gott ist drei Frauen)“ von Kiki Miru Miroslava Svolikova. Warum geht die Menschheit so mit sich selbst und mit ihrem Heimatplaneten um? Ist ihre Existenz schon bald am Ende? Regie führte hervorragend Eva Zitta.

Katharina Abel, Thekla Viloo Fliesberg und Tatjana Poloczek sitzen irgendwo da oben und wachen über die Erde. Sie sehen als dreifache, weibliche Gottheit aus der Ferne eine ganze Menge. Einen Tag ohne einen Krieg gibt es nicht. Selbst im Alltag gehen sie nicht gerade nett miteinander um. Man muss ja irgendwo bleiben, sein Individuum verteidigen. Dabei ist nicht nur das Jetzt im Spiegel ihrer Erkenntnis. Es gab Hexenjagden, Frauen wurden verbrannt, vergewaltigt sowieso und ihre Männer gruben sich tief in die Erde, um Bodenschätze zu erbeuten, oder sie flogen ins All. Sie lassen nichts aus und haben ständig das Gefühl etwas zu verpassen. An jeder Sekunde hängen sie. Wie entsteht überhaupt Zeit? Es ist ein Gemenge aus Raum und Licht, was schließlich Minuten, Stunden oder Monate ergibt. Dabei ist ihre Zeit auf Erden relativ kurz und nur geliehen. Trotzdem betreiben sie einen bemerkenswerten Raubbau am Planeten Erde. Das Leben auf der Erde ist in einem Satz kaum zusammenzufassen. Da fragt man sich als weibliches Schöpfungsteam schon, ob man alles richtig gemacht hat. Woran liegt es, dass der Strudel des Universums unaufhaltsam ins Verderben führt?

Auch die Erde hat mit Sarah Steinbach eine deutliche Stimme, eine klagende, wütende und traurige. Warum soll sie sich überhaupt noch drehen? Sie fühlt sich völlig unverstanden, ist unglücklich. Die Menschen trampeln rücksichtslos auf ihr herum, fügen ihr immer mehr Narben zu und es werden täglich mehr Homo Sapiens. Nur noch 3,5 Milliarden Jahre beträgt ihre Restlebenszeit, oder ist es doch weniger?

Es ist eine humorvolle und ernste Anklage zugleich, die diesen wunderbar inszenierten Abend prägt. Die klasse Dialoge sind schnell, aber nicht zu schnell. Eine Jahrmillionen alte Menschheitsgeschichte muss verarbeitet werden. Die Schöpferinnen ziehen eine vernichtende Bilanz, bis die Erde eines Tages tatsächlich ihren Dienst einstellt und sich nicht mehr dreht. Die Menschen, also das Publikum, winken sogar in ihren Untergang. Es droht das Ende der Menschen. Können sie das zulassen? Was macht das Schöpferinnenteam denn dann ohne ihre Kreaturen? Es droht der Verfall der Daseinsberechtigung. So entscheiden sie sich, dem Planeten Erde eine letzte Auffrischungskur zu gönnen, eine vielleicht allerletzte Chance, eine Hoffnung.

Die schönen Kostüme stammen dabei von Frederike Marsha Coors. Auch die Bühne kann überzeugen. Schauspielerisch ist der Abend klasse inszeniert. Man spielt sich sehr lebendig den Ball hin und her, stellt sich selbst infrage und kommuniziert geschickt indirekt mit dem Publikum. Das Stück erzeugt einen anderen Blickwinkel der Betrachtung, der nachdenklich stimmt und zugleich bestens unterhält.

Datum: 17. April 2026 (Premiere), weitere Vorstellungen

www.theater-duisburg.de

Schauspiel 'Gi3F (Gott ist drei Frauen)' im Schauspiel Duisburg, Foto: Anja Ensmann

Schauspiel 'Gi3F (Gott ist drei Frauen)' im Schauspiel Duisburg

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