![]() |
![]() |
![]() |
||
![]() |
||||
![]() |
||||
![]() |
||||
![]() |
||||
![]() |
||||
![]() |
||||
![]() |
||||
|
Traben-Trarbach holt Bruno Möhring aus der Versenkung. Die Ausstellung ist im Bürgersaal des Alten Rathauses zu erleben. Der Berliner Architekt Bruno Möhring gilt als einer der signifikantesten Vertreter des Jugendstils und des Ingenieurbaus. Sein wohl berühmtestes Werk steht in Dortmund. Den am 13. Februar 1903 vollendeten Stahlskelettbau der Maschinenhalle der Zeche Zollern II/IV gestaltete er in gerundeten, vegetabilen Formen. Markantestes Kennzeichen ist der oval ausgeformte, von farbigen Buntglasfenstern gerahmte Haupteingang. Leider ist das geschwungene, von den Pariser Metrostationen Hector Guimards inspirierte Vordach nicht mehr vorhanden. Um schneller voran zu kommen, entschied sich die Gelsenkirchener Bergwerk-AG anstatt eines zunächst avisierten Massivbaus für eine Eisenfachwerk-Konstruktion, mit der Möhring eine neue Ära der Ästhetisierung durch Technik im Industriebau einleitete. Hier erfolgte erstmals weltweit der Einsatz einer elektrischen Hautschacht-Fördermaschine, von der die meterlange Schalttafel aus Marmor heute noch Zeugnis ablegt. Mit der beginnenden Kohlekrise im Jahre 1966 wurde die einst glanzvolle Vorzeigezeche stillgelegt. Bruno Möhring wurde am 11. Dezember 1863 im ostpreußischen Königsberg geboren und verstarb am 25.März 1929 in Berlin. Er studierte er an der Technischen Hochschule Charlottenburg Architektur und spezialisierte sich auf die neue Bauaufgabe des Ingenieurbaus. Zunächst arbeitete er an der inneren Gestaltung des 1889 eröffneten Hauptbahnhofs in Halle an der Saale mit und eröffnete um 1895 ein eigenes Architekturbüro in Berlin. Als Mitarbeiter gewann er zeitweise so renommierte Architekten wie Bruno Taut oder Josef Frank. Rasch erlangte er große Reputation mit einem seiner ersten großen Ingenieurbauten, der 1898 eröffneten Bonn-Beuler Rheinbrücke. Mit einer Spannweite von 187,92 Metern für den Hauptbogen und einer Gesamtlänge von 432 Metern war sie seinerzeit die größte Bogenbrücke weltweit. Abseits der Ingenieurbauten zeigt sich Mörings Werk enorm facettenreich. Unter den rund 90 bekannten Projekten sind Villen, Mehrfamilienhäuser, Geschäftsbauten. Er gestaltete weltweit Pavillons auf Ausstellungen und beteiligte sich erfolgreich an vielen Wettbewerben. So errang er beim legendären Wettbewerb für den Bebauungsplan für Groß-Berlin im Jahre 1909 den zweiten Preis. Regionale Schaffenszentren waren neben Berlin das Ruhrgebiet und Traben-Trarbach. In Duisburg gestaltete er die 1904 eröffnete Aakerfährbrücke über der Ruhr, in Wuppertal schuf er um 1900 - zeitgleich mit dem Berliner Hochbahn-Bahnhof Bülowstraße - den Schwebebahn-Bahnhof Döppersberg. Ab 1910 entstand nach seinen Plänen im Auftrag der Gutehoffnungshütte die Siedlung Grafenbusch in Oberhausen sowie die Kleinkinderschule in der dortigen Siedlung Stemmersberg. Eng arbeitete er mit der Schwerindustrie zusammen. Bereits die im Jahre 1902 schuf er für die Gutehoffnungshütte auf der Rheinisch-Westfälischen Industrie- und Gewerbeausstellung zu Düsseldorf eine Eisenfachwerkhalle für die Firmenpräsentation. Als er 1897 den Wettbewerb um eine neue Moselbrücke in Traben-Trarbach gewann, war dies der Auftakt zu einer Reihe von Neubauten in dem bekannten Weinort, darunter mehrere Villen, ein Hotel oder eine Kellerei. In den auftragsärmeren 1920er Jahren widmete er sich der Architekturtheorie, betätigte sich auch als Maler, Zeichner und Dichter. Mit schöpferischer Phantasie und eisernem Fleiß verstand er es, Konstruktionen und architektonische Gestaltung zu einer Einheit zu verschmelzen. So finden sich in seinem Nachlass Entwürfe zu Lampen, Schmuckstücken und künstlerischen Ausstattungsgegenständen, für die er zum Teil so namhafte Gestalter wie Max Läuger oder Joseph Maria Olbrich heranzog. Dank der Initiative der Architektin Heidrun Bernitt wird Möhrings Werkschafen nun an seinem Wirkungsort Traben-Trarbach aus der Versenkung geholt. Am 17. und 18. Januar ist hier zwischen 11 und 17 Uhr im Alten Rathaus auf der Bahnstrasse 22 eine größere Ausstellung seiner Pläne und Skizzen zu besichtigen. Dazu wird am Samstag um 11.30 auch die neue Publikation von Heidrun Bernitt vorgestellt: Bruno Möhring. Architekt des Jugendstils. Ingenieur Gestalter Maler Dichter, Rhein-Mosel-Verlag Zell/Mosel, 36,-- Euro. Text: Hans-Peter Schwanke Laufzeit: 17. bis 18. Januar 2026 www.vgtt.de |
Ausstellung 'Bruno Möhring' in Traben-Trarbach, Foto: Förderverein für Ehrenamt und Kultur Traben-Trarbach![]() nächstes Foto |
![]() |
||||||||