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Ausstellung 'Die geheime Macht der Düfte' im Museum Kunstpalast in Düsseldorf
Der Kunstpalast in Düsseldorf zeigt inmitten seiner Dauerausstellung die Sonderschau „Die geheime Macht der Düfte“. An etwa 30 Riechstationen wird die Kunstgeschichte olfaktorisch-historisch unseren Sinnen präsentiert.

Der Geruchssinn ist der am meisten unterschätzte aller unserer Sinne. Wir riechen ständig unbewusst. Nur wenn starke positive oder negative Geruchseindrücke auftreten, wir uns dieser Sinn bewusst. Etwa 750 Geruchsrezeptoren besitzt unser Körper. Nur ungefähr 400 sind auch aktiv. Welche, das ist individuell ganz unterschiedlich. Dabei beeinflusst der Geruchssinn auch den Geschmackssinn allein an die Erinnerung an den Geruch.

Seit Jahrtausenden gehören die Institution Kirche und bestimmte Gerüche zusammen. Wir kennen den Duft von Myrrhe. Adlerholz zählt heute zu den teuersten natürlichen Rohstoffen der Parfümindustrie. Düfte können auch verführen, z.B. Rosen. Im Kolonialismus waren duftende Gewürze so teuer wie Gold. Die Duftvielfalt begann im 17. Jahrhundert. Die Menschen waren fasziniert. Wie rochen Pariser Straßen im 18. Jahrhundert? Das möchte man eigentlich gar nicht wissen, ist aber gar nicht so schrecklich, zumindest für einen kurzen Geruchseindruck. Die adelige Gesellschaft hingegen wirkte den Gestank der Straße entgegen. Es wurde alles parfümiert, sogar die Lederhandschuhe, um den Gerbgeruch des Leders zu übertünchen. Gewisse Gerüche besitzen sogar positive Effekte. Waldgeruch wirkt stressmindernd. Der Streit um das Urheberrecht um das Kölnisch Wasser wurde nach über 300 Jahren erst 2006 beigelegt.

Düfte sind ein Sinneseindruck, der die Sehnsucht nach Ferne symbolisiert. Tropische Gerüche wecken Bilder von tropischen Regenwäldern oder anderen Kulturen. Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kamen erste synthetische Düfte auf, die eine wesentlich längere Wirksamkeit haben. Zimt- oder Vanilledüfte ließen sich nun im Labor herstellen. Die Natur konnte man nachahmen. Künstler versuchten Farben in Gerüche umzusetzen. Krieg hingegen riecht damals wie heute nach Rauch, Blut, verwestem Fleisch, Erde und Schweiß. Dieser Geruchseindruck ist vor Ort sicher kein attraktives Argument für den Dienst in der Bundeswehr.

Gesellschaftliche Veränderungen führten vielfach zu einen anderen Umgang mit Düften. Die 1920er Jahre standen für eine neue Freiheit. Chanel N°5 wurde zu einem beliebten Produkt. Bei der anschließenden Naziherrschaft waren Düfte komplett verpönt, während in Frankreich die Parfümindustrie blühte. Nach dem Zweiten Weltkrieg (1959) brachte Henkel das Waschmittel Persil auf den Markt. Es sollte für einen frischen Duft sorgen und wurde in der Folge noch dreimal dufttechnisch dem Zeitgeist angepasst. Selbst die DDR hatte ihre eigenen Gerüche.

Heutzutage wird intensiv an Gerüchen geforscht. Man weiß, dass einzelne Körperzellen auf gewisse Gerüche ansprechen. Auch Firmen haben ihre eigenen Konzerndüfte. Sie werden sehr sorgfältig kreiert. Die Düfte von Eurowings, Commerzbank, 25hour Hotels, Deutsche Telekom und Samsung werden präsentiert. Ein Höhepunkt, nicht nur für weibliche Besucher, sind die schicken Parfümflakons, eine spannende Zeitreise der Parfümentwicklung. Am Ende wird es noch wissenschaftlich. Welche Moleküle haben welche Wirkung? Wie kann man sie einsetzen. Die Forschung ist noch ziemlich am Anfang, kann aber bereits interessante Beispiele liefern. Einen maßgeblichen Beitrag an der Ausstellung hatte Robert Müller-Grünow, ein Pionier für Dufttechnologien.

29. Oktober 2025 bis 8. März 2026

www.kunstpalast.de

Ausstellung 'Die geheime Macht der Düfte' im Museum Kunstpalast in Düsseldorf, Foto: Jehle

Ausstellung 'Die geheime Macht der Düfte' im Museum Kunstpalast in Düsseldorf

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