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Am 200. Geburtstag von Johann Strauß (Sohn) präsentierte das Aalto Theater in Essen die Premiere der Operette „Wiener Blut“. In Zusammenarbeit mit „Johann Strauß 2025 Wien“ wurde diese Inszenierung von Nikolas Habjahn sehr gelungen auf die Bühne gebracht. Nach dem Tod von Johann Strauß (Sohn) im Jahre 1899 kam man auf die geschäftstüchtige Idee, etwa 30 passende Melodien von Strauß zu einer Operette zusammenzufassen, die von ihrer Handlung auch noch stimmig erscheint. Adolf Müller junior fügte noch ein paar Übergänge hinzu. Fertig war „Wiener Blut“, bis heute ein Kassenschlager mit jeder Menge an Personenverwechslungen und erotischen Turbulenzen. Wer hat was mit wem? Wer weiß davon nichts? Graf Zedlau (Clemens Kerschbaumer) führt ein lasterhaftes Leben, wie auch seine Frau, die Gräfin (Raffaela Lintl). Warum soll ein Mann von Welt im schicken Wien nicht drei Frauen gleichzeitig haben? Es kann natürlich nicht gut gehen. So nimmt die Verwechslungsgeschichte ihren Lauf. Auftretende Probleme werden dabei mit Leichtigkeit gelöst und die höhere Gesellschaft mächtig aufs Korn genommen. Der Rahmen ist zwar mit dem Wiener Kongress ein politisches Thema, aber das steht doch Hintergrund. Die Personen stehen im Fokus, insbesondere die Frauen, die den zügellosen Lüstling schließlich enttarnen. Sie ahnen, dass er nicht treu sein kann, und verfallen ihm trotzdem. Das kommt szenisch gut rüber, die Zuwendung und die Ablehnung. Als besondere Person ist Pepi (Christina Clark) auf der Bühne. Sie hat Anstand, drängt sich beim Kostümball in die Menge und kann Männern ihre Grenzen aufzeigen. Natürlich spürt den Wiener Charme des Abends. Der Kammerdiener Josef (Boris Eder) und der Vater von Franzi (Franz-Xaver Zach) beherrschen das Wienerische wunderschön, während der Premierminister (Stefan Stoll) eher das Sächsische bevorzugt. Musikalisch entgeht einem die Österreichische Hauptstadt niemals. Walzerklänge stehen selbstverständlich auf dem Programm. Zwischendurch wird auch mal mit dem Publikum interagiert. Die festliche Polonaise findet im Saal die Treppen hinunter statt. Da kann man wirklich mal erleben, wie kunstvoll und klasse die Kostüme gearbeitet sind, bzw. den Opernchor mal ganz nahe kommen. Einmal wird das Publikum gebeten sich für die hohen Herren und Damen auf der Bühne zu erheben. Wir Gäste sind schließlich Teil des Wiener Kongresses, wobei sich Sprechtheater und Gesang abwechseln. Neben den vielen passenden Kostümen (Denise Heschl) beeindruckt das Bühnenbild von Heike Vollmer. Der erste Akt leitet reduziert ein, während ab dem 2. Akt ein riesiger Spiegel abgewinkelt über der Bühne hängt und das auf dem Bühnenboden ausgebreitete Bühnenbild senkrecht spiegelt. Eine klasse Idee. So bekommt man ganz neue Ansichten auf das Geschehen. Im 3. Akt werden grüne Nischen zum Anbandeln ergänzt. Umbauten funktionieren ganz reibungslos, u. a. unter Mitwirkung des Aalto-Balletts, das ebenfalls hier und da seine Passagen hat. Musikalisch können die Essener Philharmoniker unter der Leitung von Tommaso Turchetta absolut überzeugen. Bekannte Melodien sind zu hören. Diese Operette ist zwar ein Ur-Wiener Stoff, der aber auch sehr beeindruckend nach Essen an die Ruhr passt. Das Premierenpublikum im gut besuchten Aalto Theater war begeistert. Datum: 25. Oktober 2025 www.theater-essen.de |
Operette 'Wiener Blut' im Aalto Theater in Essen, Foto: Sandra Then![]() nächstes Foto |
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