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Mit „Caligular“ zeigt das Theater Oberhausen ein hartes und gut inszeniertes Stück, das dem Stil einiger Mächtiger realistisch hinterfragt. Es geht um Machtmissbrauch und brutale Unterdrückung. Regie führte Anne Bader. Kaiser Carigula (Philipp Quest) ist sich sicher, dass jeder Mensch eines Tages unglücklich stirbt. Wozu ist das menschliche Dasein auf Erden denn dann noch sinnvoll? Seine eigene innere Leere führt dazu, dass sein Machtspektrum zu einem Freiheitsdrang mit unberechenbarer Wirkung führt. Er demütigt, drangsaliert, möchte aushungern, ausrauben und mordet wahrlos, selbst in seinem engsten Zirkel der Macht. Dabei träumt er davon, den Mond zu besitzen, der beinahe unerreichbar über ihm auf der Bühne hängt. Das Unverständnis seiner Untergebenen ist ihnen ihnen deutlich anzusehen. Was ist los mit ihm, seit er seine Frau verlor? Er hat sich völlig verändert, regiert wie ein Tyrann. Jeder leiseste Widerspruch kann negative Folgen haben. Wie muss man verhalten, um in einem solchen Regime zu überleben? Viele Millionen Menschen weltweit mussten und müssen sich jeden Tag leider diese Frage stellen, damals unter Hitler, heute in Russland, in den USA, im Iran oder einigen anderen Staaten. Schmiegt man sich kritisch unter oder nimmt man eine eigene Haltung an? Die Figuren im Stück gehen das Problem unterschiedlich an. Caesonia (Ronja Oppelt) sucht die enge Nähe, schmeichelt ihm in der Manege des Horrors. Auch Helicon (Khalill Fahed Aassy) hakt eher unter. Scipio (David Lau) lässt sich von Caligula einlullen. Andere wie Mereia (Torsten Bauer), Senectus (Klaus Zwick) und Patricius (Jens Schnarre). Cherea (Louise Ehl) weiß nicht recht, wie sie handeln soll. So wie den brutalen Tod jedem seiner Untertanen kalt hinnimmt, so weiß Caligular ganz genau, dass es einer von ihnen sein wird, der ihm sein Ende beschert. Die Frage kreist im Raum. Wer ist mutig genug? Es scheint so, als dass er die Person kennt und fügt sich schließlich in sein vorgegebenes Schicksal. Das Stück fesselt, weil es einerseits historisch und zugleich so realitätsnah erscheint, nur wenige Ländergrenzen weiter. Die Liste der Tyrannen ist endlos lang und sie wird auch nie abgeschlossen sein. Datum: 2. Oktober 2026 theater-oberhausen.de |
Schausspiel 'Caligula' im Theater Oberhausen, Foto: Lukas Driller![]() nächstes Foto |
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