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Jubiläums-Samstag beim ComedyArts Festival 2026 in Moers
Der ComedyArts-Samstag in Moers stand komplett im Zeichen des 50. Jubiläums. Erst ein Empfang für ausgewählte Gäste im Martinistift und anschließend die Comedy-Gala in der Halle, es dauerte unplanmäßig bis nach Mitternacht.

Der Empfang im Martinistift war gespickt mit wichtigen Gästen. Vor 50 Jahren ging es mit „Folk & Fool“ im Schlosshof los. 1991 wurde daraus der heutige Titel. 1995 zog man auf den größeren Kastellplatz, ehe man seit 2014 nun in der Eventhalle spielt. Es gab ständige Anpassungen und zahllose Ehrenamtliche, ohne die das Festival nicht möglich ist. Am Rednerpult standen Bürgermeisterin Julia Zupancic, Sparkassen-Chef Giovanni Malponti und Festival-Geschäftsführerin Wenke Seidel. Es wurde große Erinnerungen aufgetischt. Uwe Lyko, mittlerweile 72 Jahre alt, und besser bekannt als Knebel, zog 1964 nach Moers, wohnt heute in Essen. 1998, 2006 und 2021 trat bereits beim Festival auf, auch als Moderator. Den Schlosshof kennt er noch sehr gut. Seine Anfänge mit Impro und Feuerschlucken waren vom Mitleidsapplaus des Publikums geprägt. Es folgte Anny Hartmann mit einer Spitze gegen Merz. Vorher ging es uns besser. Kultur darf man nicht vernachlässigen, eher sollte man neue Blickwinkel entdecken und die Vielfalt fördern. Kultur ist Demokratieförderung! Da stimmt man ihr voll und ganz zu. Und wenn Geld fehlen sollte, wie wäre es mit Parkgebühren nach dem Gewicht des Autos. Anwohnerparkausweise kann man nach Einkommen berechnen. Ihre Gedanken und Vorschläge kamen an. Künstlerische Beiträge kamen von Branka & Roger. Er, Holger Ehrich, war lange als ehemaliger künstlerischer Leiter des Festivals tätig. Die „Barbaren Barbies“ mit Künstlerinnen aus Deutschland, Finnland, Kanada und Neuseeland überreichten sich selbst stilvoll einen Oscar.

Das Jubiläumsprogramm in der Halle war im Vorfeld viel Arbeit für den künstlerischen Leiter Stefan Basso. Durch das Programm führten Branka & Roger, als Duo Diagonal. Sie sprachen das Publikum an, inklusive Mitmachaktionen, Aerobic, einem Tanzkurs, alten LPs von Max Greger und Sydney Rome und Hebefiguren, eine insgesamt gute Moderation, die keine Längen hatte.

Sarah Hackenberg, mit Klavier und Gesang, präsentierte Hansi, der national gesinnte Deutsche, der es es schwer hat seine Gesinnung zu leben. Nichts ist mehr Made in Germany, selbst der Rhein kommt aus der Schweiz. Der Abenteuer-Geburtstag für Kinder unter dem Titel „Schnitzel aus dem Schlachthof“ kam ebenfalls sehr gut an. Wie werden schon aus Kindern Vegetarier?

Ulan Bator steht seit 25 Jahren für schrägen Humor, egal ob der letzte Mensch seiner Art oder ein philosophisches Fußballer-Interview. Die Barbaren Barbies, fünf Frauen, die mittels Akrobatik, Tanz und Komik, Superheldinnen, Märchenfiguren sich duellieren lassen, lieferten buntes und wildes Spektakel mit jeder Menge Mimik, inkl. Barbie und Ken und der Aufarbeitung von Klischees.

Felice & Cortes zeigten eine Mischung aus Musik, Poesie und Artistik. Es ging ums Fliegen. Mit Papierfliegern kann man durchaus auf die Bühne gehen. Sie hat eine tolle Stimme. Mit „Better together“ riefen sie Gesellschaft auf zusammenzurücken.

Torsten Sträter ist ein trockener und dröger Vertreter seiner Zunft. Sein Humor hatte einige Fans in der Halle. Thematisch drehte es es sich um seine Katze, das alte Rom, den von ihm geschätzten Einzelhandel und den Bofrost-Mann, bis ein doppelter medizinischer Notfall in der Halle für eine gut 45 Minuten unplanmäßige Pause sorgte. Das Publikum durfte nicht raus, um den Abtransport nicht zu behindern. Er konnte die unschöne Situation gut moderieren. Nach einer Krisensitzung der Festival-Leitung ging es sehr spät weiter.

Das Warten lohnte sich, denn „Yllana - The Gag Fighters“, boten großes Physical-Theatre aus Spanien, einfach genial. Sechsmal waren sie schon mit unterschiedlichen Programmen in Moers. 2026 hatten sie großartiges Best of im Gepäck. Bei ihrer grandiosen Kunst dreht es sich um Schein und Sein, wünschenswerter Reichtum, schöne Frauen an der Bar, nasses Publikum und Folie mit großem Humorfaktor. Herrlich war auch ihre Astronauten Nummer. Im Schwarzlicht tänzeln sie wie auf dem Mond über die Bühne und spielen dabei mit der Erde Fußball. Auch ihr Walk über den Platz, zur Bar in Foyer und zurück in die Halle lieferte urkomische Szenen. Am Ende war ihre große Vogel-Nummer das Finale. Wie sie ihre Gedanken physisch in Humor umsetzen, das war absolut sehenswert, der große Höhepunkt des Abends.

Datum: 19. September 2026

comedyarts.de

Jubiläums-Samstag beim ComedyArts Festival 2026 in Moers, Empfang, Foto: Jehle

Jubiläums-Samstag beim ComedyArts Festival 2026 in Moers

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