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Das Museum Folkwang zeigt die beeindruckende Ausstellung „Ich, Gustave Courbet. Maler und Rebell“ mit 100 Werken aus allen seinen Schaffensphasen.

Es ist die größte Ausstellung zu seiner Person in Deutschland seit 1978. Gustave Courbet (1819-1877) wollte seine Zeit aufrütteln, die Kunst erneuern. Aufgewachsen auf dem Land musste er sich in Paris einen Namen machen. Im Pariser Salon hingen deshalb auch einige seiner Selbstporträts. Er malte sich gerne selber, in verschiedenen Rollen. Ansonsten waren Alltagsgeschichten seine Themen, die künstlerisch nicht überhöht wurden. Die einfachen Leute sieht man beim Steineklopfen oder in der Kneipe mit einem Musiker. Sie schauen unbeteiligt, nehmen uns als Betrachter nicht wahr.

Wie ein grüner Faden zieht sich die Natur durch seine Werke. Es gibt die Kapitel Landschaft, Höhlen und Quellen und Flüsse sowie das Meer. Seine Heimatregion Franche-Comté ist wunderschön, reich an Felsen und grünen Tälern. Dazu passen auch seine Werke zum Thema der Jagd. Der Hirsch springt spektakulär in den Tod oder hängt bereits erlegt am Baum. Er wusste seine betuchte Kundschaft zu umschmeicheln, war geschäftstüchtig. Dabei war er auch ein Rebell. Natürlich versuchte er es auch mit Blumendarstellungen, aber viele seiner Maltechniken wirken eher rau gebürstet, als fein an Details. Die Natur wirkt ziemlich plastisch. Besonders erfolgreich waren sein Meeresbilder mit dramatischen Wellen. Nach anfänglichen Protesten gegen ihn gewöhnte man sich damals an seine Art zu malen. Er konnte als Autodidakt von seiner Kunst gut leben. Als junger Mann studierte er die alten Meister im Louvre. Auf der Weltausstellung 1855 in Paris errichtete er sogar einen eigenen Pavillon für seine Kunst.

Manchmal muss man wirklich genau hinsehen, um Details zu erkennen oder zu erahnen. Zudem wirken einige Werke recht dunkel. Dabei orientierte er sich an Rembrandt. Politisch eckte er in Paris an, wurde verhaftet, um später ins Schweizer Exil zu gehen. Auch Werke aus den Gefängnis oder aus den Schweizer Alpen sind zu sehen.

Einen sichtbaren Einfluss hatte die Fotografie auf ihn. Manche damaligen Fotomotive haben eine erstaunliche Ähnlichkeit mit einigen Gemälden.

Wer den Akten in der Ausstellung aus dem Weg gehen möchte, der kann dies problemlos machen. „Der Ursprung des Lebens“ gefällt nicht jedem. Die Themenräume lassen sich bequem kreuzen.

Der gleichnamige Katalog zur Ausstellung ist in der Buchhandlung Walther König zu bekommen und im Haus erhältlich.

Laufzeit: 17. Juli bis 8. November 2026

www.museum-folkwang.de

Ausstellung zu Gustave Courbet im Museum Folkwang in Essen, Foto: Jehle

Ausstellung zu Gustave Courbet im Museum Folkwang in Essen

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