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Der „Tag des offenen Denkmals“ öffnet viele Orte, die man so eher selten wahrnimmt. In Duisburg-Friemersheim lockte die evangelische Dorfkirche und nebenan in Hohenbudberg öffneten das Museum St. Laurentius sowie der markante Doppelwasserturm die Türen. Duisburgs Westen hat echte Perlen zu bieten, die rechtsrheinisch oft so gar nicht wahrgenommen werden. Der 35 m hohe Doppelwasserturm Hohenbudberg wurde 1916 von der preußischen Eisenbahnverwaltung erbaut, um die Dampflokomotiven zu versorgen. Bis 1964 war er in Betrieb. Nach dem sichtbaren Verfall rettete ihn 1978 der Architekt Harald Jochums. Der Turm, entworfen von Architekten Gebrüder Rank, wurde als Wohnraum, Büro, Atelier oder Café genutzt. Noch heute ist er bewohnt. Er wirkt schon ziemlich mächtig, so kurz hinter dem Deich. Oben befinden sich zwei Wasserbehälter mit je 500 Kubikmeter Fassungsvermögen. Der innere Blick ist absolut beeindruckend, die Hühnerleitern in die Spitze nur etwas für Schwindelfreie. Das Treppenhaus ist für einen Industriebau stilvoll gestaltet, mit Planzeichnungen, Kunst und Erinnerungen an die Eisenbahn dekoriert. Viele Wände in den Wohnungen sind gewölbt, eine Besonderheit. Auch die die Aussicht auf die Siedlung und das Deichvorland ist hervorragend und entspannt. Der Turm steht sogar zum Verkauf. Gabriele, die Tochter von Harald Jochums, lebt nun in Hamburg. Aktuell liegt man bei 890.000 Euro VB. Bei Interesse kann man sich gerne an sie wenden (kontakt@doppelwasserturm.de). Gesehen haben sollte man auch das Museum St. Laurentius in der Eisenbahnsiedlung ganz in der Nähe. Es präsentiert seit elf Jahren den umfangreichen künstlerischen Nachlass von Sándor Szombatis (1951 – 2006) im Rahmen einer Dauerausstellung. Seine Witwe hat die ehemalige Kirche erworben. Ein Förderverein kümmert sich um seine Präsenz. Zu sehen sind seine sehenswerten Klang-, Magnet- und Gravitationsobjekte. Er wollte immer, dass man erkennt, wie seine physikalische Magie funktioniert. Aktuell ist auch wieder eine sehr schöne Sonderausstellung zu der vergessenen Künstlerin Christel Runne (1894-1981) zu sehen. Bis zu ihrer Hochzeit war sie in den 1920er Jahren künstlerisch wirklich talentiert und kreativ. Man hat ihre Biografie anhand von einigen Gemälden und etwa 400 an sie gerichteten Briefen, die man in einem Koffer fand, rekonstruiert. Nach der Hochzeit widmete sie sich weniger der Kunst. Ihre Kreativität verblasste leider sichtbar. Die evangelische Dorfkirche Friemersheim wurde im Jahr 1147 erstmals urkundlich erwähnt. Von einer kleinen Kapelle bis zum heutigen Gebäude vergingen so knapp 900 Jahre Kirchengeschichte, eine sehr lange Zeit. Das jetzige Bauwerk wurde 1907 noch ohne Turm erbaut. Dieser wurde 1916 ergänzt. Nach der Zerstörung 1944 baute man sie von 1955-1957 wieder auf. Früher gab es drei Eingänge, in der Mitte die Friemersheimer, links für die Besucher aus Rumeln und rechts kamen die rechtsrheinischen Gäste in die Kirche. Sie besticht heute durch ihre zurückhaltende Gestaltung, ohne großen Schmuck. Eine Marienstatue des Mülheimer Keramikkünstlers Josef Hehl zählt zu den wertvollsten Arbeiten in der Kirche. Zwei Inschriften über dem Eingang zur Sakristei zu Ereignissen aus dem 18. Jahrhundert fallen ebenfalls kaum auf, sind aber bedeutsam. Die Kerzenständer im Altarraum wurden einst von Krupp-Azubis erschaffen. 2012 wurde die Orgel mit 1.300 neuen und gebrauchten Pfeifen aus Holz und Metall eingebaut. Mit zwei Manualen und einem Klangwerk erzeugt sie einen klaren und weichen Klang. Die jüngste Glocke wurde wurde 1957 hinzugefügt. Dazu läuten eine Helden- und eine Friedensglocke. Während Eleonor Harrow die Gäste spannend durch die Kirche führte, erklang die Orgel mit ihrem weichen Timbre und anschließend läuteten die Glocken, eine perfekte Choreografie. Datum: 13. September 2026 www.doppelwasserturm.de www.sandor-szombati.de emmauskirchengemeinde.de |
Tag des offenen Denkmals 2026 in Duisburg: Museum St. Lautentius, Foto: Jehle![]() nächstes Foto |
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