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'Extraschicht' 2026 - die Nacht
Die „Extraschicht“ war auch dieses Jahr eine große Bühne für die Kultur im Ruhrgebiet. Gut 100.000 Besucher wurden gezählt. Es war sehr heiß, aber trotzdem angenehm, denn drinnen konnte man es gut aushalten und zur Nacht hin draußen ebenso.

Bei diesen Temperaturen war es die Wahl der Orte, auf die es ankam. Am Innenhafen, der wenig schattige Zonen aufweisen kann, wurde es unangenehm heiß. Um 18 Uhr war entsprechend wenig los. Die kunstvolle Sandburg hatte aber doch ihren Reiz.

Die Universität Duisburg-Essen war als neuer Standort in Duisburg im Programm. Auf dem Campus gab es viele Angebote in Laboren oder Hörsälen zu entdecken, interessante Wissenschaft für interessierte Bürger. In der Fertigungstechnik des Maschinenbaus bei Prof. Dr. Eibl wurden die neusten Entwicklungen im 3D-Druck vorgestellt. Seit 40 Jahren ist diese Technik schon in der Praxis, seit 20 Jahren verstärkt. Im additiven Druck werden mittlerweile auch metallische Grundstoffe wie Edelstahlpulver eingesetzt. Sie werden aufgetragen, von Lasern aufgeschlossen. So lassen sich Konstruktionen erschaffen, die als Guss niemals möglich wären. Noch kostet allerdings 1 kg Edelstahlpulver 30,- Euro. Weiter ging es ins Nano Energie Technik Zentrum. Nanopartikel werden immer wichtiger. Durch ihre Vernetzung erzeugen sie große Oberflächen, z.B. für Katalysatoren. Mit z.B. Gasphasen-, Sprühflammen- oder Plasma-Reaktoren werden aus Gasen wie Methan, Sauerstoff oder Stickstoff kleinste Partikel gewonnen. Je nach Größe haben sie verschiedene Eigenschaften. Daran wird geforscht. Verschiedene Partikelgrößen erzeugen in einer Flüssigkeit sichtbar unterschiedliche Farben. Heraus kommt dabei u. a. Graphen, ein Material mit extrem hoher Leitfähigkeit. Nahezu alle Anlagen hat man hier selbst gebaut. Die Wissenschaft kann bei der Extraschicht unheimlich spannend sein.

In der Wolfsburg in Mülheim gab es Musik von Heiko Fänger sowie eine schöne Fotoausstellung von Siegfried Dammrath im Haus. Er bot zudem Waldführungen an. Abkühlung hieß das Motto, denn jeder Besucher erhielt auch ein kostenfreies Wassereis.

Das Theater an der Ruhr lag direkt um die Ecke. Hier gab es spannende Führungen durch das Haus, mit historischen Anmerkungen zum 1888 gegründeten Solebad. 1909 ging es los mit der Sole aus einer Zeche. 1992 war die Nachfrage zu gering, es wurde geschlossen. Alles ist hier denkmalgeschützt. Der Theatersaal war einst ein Festsaal für 800 Leute. Die Bühne ist heute ungewöhnliche 16 m tief. Etwa 177 Leute passen hinein. Vorbei an den Garderoben entdeckte man Premierengeschenke der Kollegen aus 45 Jahren. Im Malsaal hat man einst die Decke herausgenommen. Der heute 92jährige Roberto Ciulli war bei der Gründung 1980 bereits mit dabei. Er huschte über das Gelände. Der Fundus war jedenfalls dicht gepackt. Alle Kostüme werden selbst geschneidert.

Ebenfalls neu mit dabei war das Theater Oberhausen. Dort animierte man die Fassade und es stand jede Menge Action auf dem Plan. Es gab Führungen durch Fundus und Maske, eine Technikshow und Gesangsdarbietungen von Ensemblemitgliedern. Auf der Raumbühne war einiges los. Die Urban-Dance-Tänzer zeigten Ausschnitte aus ihrem Programm zum beliebten Mitmachen. Teile des Ensembles präsentierten einen Rückblick der erfolgreichen Spielzeit mit besonderen Szenen, die geschickt zusammengefügt wurden. Es gab die neuen T-Shirts der neuen Spielzeit für 10,- Euro zum Bedrucken.

Es gibt keine Extraschicht ohne das Welterbe Zollverein in Essen. Gegen Mitternacht war hier nicht mehr so viel los. Die Kokerei und das Red Dot waren nicht im Programm. Illuminierte Tiere waren auf dem Gleisboulevard verteilt. Die Ausstellungen in der Kohlenwäsche waren frei zu besuchen. Ein kunstvolles Bällewald war der Anziehungspunkt für die Besucher. Es gab viel Musik von DJs, unten auf dem Vorplatz der Kohlenwäsche und oben auf dem Dach, im Erich-Brost-Pavillon. Oben trafen sich die meisten Besucher aus dem ganzen Ruhrgebiet. Leute aus Bochum-Weitmar lernten Menschen aus Essen oder Duisburg kennen. Im Pott gibt es keine Berührungsängste. So war auch die Dachterrasse der Kohlenwäsche, mit dem Blick auf das Fördergerüst der perfekte Abschluss einer sehr gelungenen Extraschicht, trotz tropischer Temperaturen.

Datum: 27. Juni 2026

www.extraschicht.de

'Extraschicht' 2026 - die Nacht, Zollverein, Gäste aus Bochum-Weitmar, Foto: Jehle

'Extraschicht' 2026 - die Nacht

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