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Die Deutsche Oper am Rhein präsentiert in Duisburg den herausragenden Ballettabend „Grey Area“, bestehend aus drei Stücken von Bridget Breiner, David Dawson und Lesley Telford. Inhaltlich ist es mehr als die Grauzone im deutschen Sinne. Die drei Choreografien behandeln eine Zwischenzone, weder Schwarz noch Weiß, Raum für Deutungen und persönliche Vorstellungen. Jedes Stück hat sich dem Thema angenommen und künstlerisch unterschiedlich umgesetzt. Die Uraufführung ,,Shards“ von Bridget Breiner, der künstlerischen Leitung des Ballett am Rhein, eine Uraufführung. Sie hat sich dem Song „Hallelujah“ von Leonard Cohen modern-klassisch angenommen. Cohen war damals unzufrieden mit seiner Version, überließ das Stück anderen Händen zur Weiterentwicklung. Jeff Buckley fand offenbar die beste Version heraus, die zum Welthit wurde. Es ist die getanzte Geschichte eines Welthits in den Händen mehrerer Musiker. Es gibt einen Startpunkt im Leben, aber keinen definierten Endpunkt. Zwischendurch treten Trauer und Liebe als begleitende Elemente auf. Gruppen formieren sich und zerfallen, erzeugen Nähe und Distanz. Auch die Ruhe und die Stille spielen sichtbar ein Rolle. Die Aktion findet auf der Bühne vor und hinter dem Vorhang statt. Es ist eine außergewöhnliche Umsetzung der Musik, inklusive Zerbrechlichkeit und Verunsicherung. Die futuristische Kostüme schimmern silbern. Das Titelstück „The Grey Area“ war der Karrierestart für Choreograf David Dawson. Heute ist es ein Klassiker der Tanzszene. Es geht um Momente der persönlichen Erlebnisse, Fragen, Unsicherheiten, das Dazwischensein. Es gibt kein Bühnenbild und keine Handlung, aber Ruhe im Moment sowie flüchtige Bewegungen. Jeder ist für sich, in den Gedanken verfangen, schön getanzte Gedankenmomente. Dabei wirken die Tänzer verbunden und zerrissen zugleich. Die Choreo ist geprägt durch Klassik und Moderne, stilistisch an das Vorgängerstück anknüpfend. Auch die Soundkollage, u. a. mit Sirenen, klingt spannend. Mit „Threshold of a Fall“ von der kanadischen Choreografin Lesley Telford erlebt man eine Uraufführung, die geht durch Decke geht. Wie leben wir in dieser Gesellschaft? Es ist die Schwelle zum Kippen mit schwierigen Weltkonstellationen und angespannte Demokratien. Das Stück ist hart am Puls der Zeit und vielköpfig besetzt. Es geht darum Überentwicklungen und Risse zu erkennen, nicht der Crash in den Mittelpunkt zu stellen. Das System formt uns. Fallen und Auffangen sowie Tatendrang und Innehalten prägen die Bewegungen in Zeitlupe, wie auch die sehr dynamisch und kraftvollen Momente. Nicht nur die Choreo ist Weltklasse, auch das Bühnenbild von Yoko Seyama. Stäbe als hängende Bäume schweben variabel als Waldlandschaft über den Köpfen und kooperieren mit den Bewegungen auf der Bühne. Die Musik kommt u. a. von Hauschka und György Ligeti. Das Gemenge von Kostümen, Bühne und Choreografie sind ein großes Gesamtkunstwerk allererster Güte. Den Abend ist wirklich außergewöhnlich. Man sollte ihn sich nicht entgehen lassen, falls es noch Karten gibt. Datum: 16. Januar 2026 www.operamrhein.de |
Ballett 'Grey Area' von der Deutschen Oper am Rhein in Duisburg, Foto: Yan Revazov![]() nächstes Foto |
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