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Mit den sehr schönen Konzertabend „Kai Schumacher & Friends Vol. 9“ bewiesen die Duisburger Philharmoniker in der gut gefüllten Mercatorhalle, dass ein Klavier durchaus mit elektronischer Musik harmoniert. „Changing Rules“ lautete der Titel des Abends. Dass Kai Schumacher ein hervorragender Pianist ist, das ist unbestritten. Er wagt aber auch mal Dinge, die eher wie Experimente anmuten. Mit dem Duo AFRA waren Elena Gniss und Joseph Varschen erstmals als Gast dabei. Ihren Sound mischen sie großem, technischem Aufwand. Viele Knöpfe, Regler und Kabel gilt es dabei zu beherrschen. Es ist schwierig zu erklären, wenn man es selbst nicht beherrscht. Das Ergebnis sind Klänge, die zwischen minimalistisch bis energetisch variieren, ganz leicht und zerbrechlich oder laut und voluminös. Musikalische Assoziationen liefen gefühlt von Enya bis hin zu Filmmusik von Ennio Morricone, ein spannender Klangteppich mit Kopfkino. Auch tanzen war erwünscht. Das Programm enthielt Kompositionen, die ganz sicher kein Mainstream sind. „Music of Changes IV.“ entwickelte sich vom typischen Cage-Sound zum Klangerlebnis, eine wilde und klasse Session, die sich immer mehr veränderte und steigerte. Elena Gniss nennt Meredith Monk als eines ihrer Idole. Diese experimentelle Gesangtechnik präsentierte sie gekonnt auf der Bühne. Das Stück „Piano Phase“ von Steve Reich aus den 1960ern fand sein Finale in wunderschönen, psychedelisch Klängen. Hinzu kamen spannende Kompositionen von Philip Glass und Terry Riley. Auch AFRA konnte mit eigenen Werken glänzen. Er bediente die Regler und unterstützte den Gesang, während sie mit ihrer tollen Stimme überzeugte und ihre schicke E-Gitarre, eine Epiphon Les Paul, sehr schön zupfte, ein klanglich wirklich schöner Klangteppich. Als Abschluss gab es fette Beats von AFAR, wow. Namenskürzel haben einige Komponisten, wie z.B. Bach, in Noten umgesetzt, eine Art musikalische Unterschrift in ihren Werken. Auch Kai Schumacher hat es versucht. Heraus kam über Umwege das F-Wort mit vier Buchstaben, „F...“. Warum nicht! Diese spezielle Komposition widmete er auf der Bühne, mit einem herzlichen Gruß, der neuen Vorsitzenden des Duisburger Kulturausschusses, Ina-Wilhelmine Welzenbach. Sie ist Vertreterin der kulturfernen AfD. Man hatte sie ganz vergessen einzuladen. Ein Klavier lässt sich aber besonders gut nur mit einem ausgestreckten Mittelfinger spielen, wie Kai Schumacher es bewies und was das Publikum mit Sonderapplaus bestätigte. Gemeinsam war man sich einig. Begleitet wurden die musikalischen Klänge optisch durch die grafischen Animationen von Dunkelstrom. Spannend bekam jedes Stück sein eigenes Bühnenbild verpasst, ergänzt durch sechs gespannte Dreieckssegel als pfiffige Bühnenelemente. Auch optisch wusste der Abend sehr zu überzeugen. Festzuhalten gilt, dass das Zusammenspiel von Kai Schumacher, AFRA und Dunkelstrom hervorragend harmonierte. Es war die erste Session zwischen Kai Schumacher und AFRA, die auch durch bewusst eingebaute Zufälle geprägt war. Jeder bekam seinen musikalischen Raum, durfte einzeln oder gemeinsam glänzen. Man muss einfach mal den bekannten Tellerrand überspringen und etwas wagen. Was Berlin im Berghain kann, das schafft auch Duisburg in seiner akustisch sehr guten Mercatorhalle. Das Ruhrgebiet muss sich hinter der Hauptstadt qualitativ nicht verstecken. Datum: 21. Februar 2026 duisburger-philharmoniker.de |
Konzertabend 'Kai Schumacher & Friends Vol. 9' in der Mercatorhalle Duisburg, Foto: Andre Symann![]() nächstes Foto |
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