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Schauspiel 'Fremder als der Mond' im Schauspiel Duisburg
Im Rahmen des Theatertreffens der „Duisburger Akzente“ präsentierte das Schauspiel Duisburg das Gastspiel „Fremder als der Mond - Brechts Leben in Songs“ vom Berliner Ensemble, lyrisch und musikalisch ein Abend der feinsten Sorte.

Bertolt Brecht war einer der größten Theaterpersönlichkeiten der deutschen Theatergeschichte. Sein Leben begann 1898 in Augsburg. Bereits früh widmete er sich der weniger begüterten Gesellschaftsschicht, den Arbeitern. Soziale Ungleichheit und Härte sowie idealistische Gesellschaftsträume prägten sein lyrisches Werk, das über 2.300 Gedichte umfasst. Politisch wurde er in unruhige Zeiten hineingeboren. Spätestens in Berlin, als sein Stern aufging, kamen schon bald die Nationalsozialisten um die Ecke. Er wusste, was er tun musste. Die Flucht führte ihn über Dänemark, Schweden, Frankreich und Russland bis in die USA, eher er nach dem Zweiten Weltkrieg nach Berlin zurückkehrte. Es war ein unfreiwillig bewegtes Leben, welches Paul Herwig und Katharine Mehrling hervorragend auf die Bühne bringen.

Brechts lyrische Gedanken wurden von häufig zu Liedern vertont, viele davon von Hanns Eisler. Auch er flüchtete vor den Nazis in die USA. An diesem Abend hört man ebenso Interpretationen von Kurt Weill, Paul Dessau und anderen. Alle Songs werden klasse von einer Live-Band begleitet. Adam Benzwi, Karola Elssner, Ralf Templin und Otwin Zipp sind tolle Musiker u. a. am Klavier, am Banjo, an der Posaune, am Saxophon, an der Klarinette oder an der Gitarre. Ganz fein agieren sie im Orchestergraben.

Szenisch sind es drei Episoden. Es beginnt mit den ersten Lebensjahren in Augsburg bis hin nach Berlin. Armut und Hunger werden hier zum Thema. Dort schließt die Phase der Emigration an. Er reflektiert seine Heimat aus der Ferne, warnt seine Landsleute scharfzüngig vor dem braunen Unheil. „Das Lied vom Weib des Nazisoldaten“ beschreibt, was sie Männer in Europa alles plünderten und ihren Frauen als Geschenke schickten. Nur aus Russland nicht, da kam lediglich eine Nachricht, dass sie nun Witwe sei. Ergreifend ist auch der Song über einen Marsch von 55 polnischen Kindern, die ihre Eltern verloren hatten und gemeinsam auf der Suche nach dem Frieden waren, durch den Schnee irrten und starben, wie ihr Hund, der sie begleitete. Nicht zu vergessen ist die Szene mit Charlie Chaplin als kleinen Diktator, wunderbar gespielt und gesungen von Katharine Mehrling. die Die dritte Phase beschreibt seinen hoffnungsvollen Wiederanfang in Berlin, die Wohnung aus den 1930ern, mit Blick auf den Friedhof. Wenig später sieht man ihn bereits in der Charité, todkrank, aber ohne Furcht vor seiner letzten Stunde. Alle Szenen werden im Hintergrund durch eine große Leinwand mit Fotos, Filmpassagen oder animierten Abbildungen sehr schön begleitet.

Paul Herwig und Katharine Mehrling machen das außerordentlich gut, schauspielerisch und gesanglich. Sehr sensibel bringen sie die Inhalte auf die Bühne. Hinzukommen schöne Kostüme, die sich stets der Situation anpassen. Regie führte Oliver Reese.

Datum: 28. Februar 2026

www.theater-duisburg.de

Schauspiel 'Fremder als der Mond' im Schauspiel Duisburg, Foto: Julian Röder

Schauspiel 'Fremder als der Mond' im Schauspiel Duisburg

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