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Ein würdiges Finale erlebten die „Ruhrorter Campusabende“ in Duisburg. Der Schauspieler Thorsten Brunow performte auf dem Haniel-Campus die One-Man-Show „Nippeljesus“ von Nick Hornby. Regie führte Jens Dornheim. Als Türstehers Dave sich einen neue Job suchen muss, weil ihn eine Messerattacke eines Besuchers ins Grübeln bringt, landet er als Security in einer namhaften Kunstgalerie. Mit Kunst hatte er eigentlich bislang keine Berührung. Seine vielen Tattoos zählen da wohl eher nicht dazu. Bei seiner Statur dürfte aber wohl jedes Kunstwerk sicher sein. Dabei handelt es sich um ein Werk einer Künstlerin, das hinter einem Vorhang verborgen ist. Ab 18 Jahren! Es zeigt einen leidenden Jesus mit einer Krone. Gefertigt ist er aus unzähligen kleinen Ausschnitten aus Pornoheften. Jedes Foto zeigt mindestens eine weibliche Brust. Er findet das Werk faszinierend und abstoßend zugleich. Sein Beschützerinstinkt wächst allerdings immer stärker, je näher er die Künstlerin erlebt und je mehr sich diverse Menschen dagegen positionieren. Auch seine Frau Lisa äußert sich da eher unqualifiziert. Es geht um Blasphemie und die künstlerische Freiheit. Was darf man? Muss man auf dem Kunstmarkt um jeden Preis auffallen, um wahrgenommen zu werden? Es geht um Kunst im Allgemeinen, um die Berührungsängste vieler mit Orten der Kunst und um Vernissagen mit Champagner schlürfenden Gästen, die eher oberflächlich auf die Kunst blicken. Hier ist das Kunstwerk allerdings ein Aufreger in der Presse. Religiöse Fanatiker, ein Priester, eine konservative Politikerin oder ein dümmlich wirkender SAT1-Reporter geben kein gutes Bild ab. Er hat sie aber alle gut im Griff, erfindet sogar neue Regeln, um sie loszuwerden. Bei so viel Protest bleibt es aber nicht aus, dass irre Protestler es schaffen, das Werk zu zerstören, was durchaus im Sinne der Künstlerin war, Provokation als Sinn und Zweck. Das bewusst gedrehte Überwachungsvideo sollte alles dokumentieren, selbst zum Kunstwerk werden. Leider war die Kameraeinstellung etwas missraten und keiner schaut es sich wirklich an. Er fühlt sich dabei missbraucht und ist enttäuscht. Das Stück ein eine sehr schöne Karikatur, dessen, wie sich der Kunstmarkt so darstellt. Provokation ist alles, ähnlich wie bei Banksy. Der Blick von außen auf die Kunst ist interessant dargestellt. Alle Abende der „Ruhrorter Campusabende“ waren auf ihre Art immer gut gewählt und spannend. Der herrliche Haniel-Campus, der übrigens zu den Bürozeiten immer öffentlich begehbar ist, bot schöne Open-Air-Abende, die stets trocken blieben. Es kam wie es kommen musste, die letzten zehn Minuten der letzten Veranstaltung wurden ziemlich nass. Thorsten Brunow nahm es mit Humor. Im Wort Schauspielleidenschaft steckt auch „leiden“. So ging er pitschnass von der Bühne. Was für ein Ende der sehr gelungenen ersten Staffel. Man plant auch 2027 eine Wiederholung der Veranstaltungsreihe. Viele Gäste kamen sogar von weiter weg. Das Echo der Besucher war durchweg positiv. Datum: 26. Juli 2026 campusabende.de |
Kulturfestival 'Ruhrorter Campusabende' open air bei Haniel in Duisburg-Ruhrort - Nippeljesus, Foto: Jehle![]() nächstes Foto |
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