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Alt aber gut! Die 80er auf Schalke gingen stimmungsvoll in der Arena auf Schalke über die Bühne. Mit dabei waren u. a. Kim Wilde, Camouflage und Nena. 34.000 Zuschauer schwelgten in alten Zeiten. Die 80er waren musikalisch ein besonderes Jahrzehnt. Die Musik prägt die Konzertszene bis heute spürbar. 80er-Jahre-Partys surfen auf einer Erfolgswelle. So war die Arena auch ganz gut gefüllt, bis auf die gesperrten Oberränge. Die riesige Bühne war präpariert für einige Stars der 80er. Peter Illmann, der sie alle damals bei „Formel 1“ begrüßen dürfte, führte gut durch Programm. Nur Alphaville musste absagen. Sänger Marian Gold hatte sich eine Rippe gebrochen. Man fühle sich trotzdem „Forever young“. Los ging es mit DJ Christian Schall, der heimliche Star des Abends. Er heizte mächtig ein: Grönermeyers „Mambo“, „Bohemian Rhapsody“ oder „The look“ von Roxette. Freddie Mercury oder die ebenfalls unvergessene Marie Fredriksson hätten leider nicht mehr kommen können. Auch sie waren Ikonen der 80er. Gedacht wurde auch an eine andere Ikone, die kürzlich verstarb, Bonnie Tyler. Die Halle ehrte sie später mit „Total eclipse of the heart“ und einem Meer aus Handylichtern. Fancy machte machte den Wellenbrecher. Mit sein 80 Jahren wirkt er noch fit, performte zum Halbplayback live. „Slice me nice“, „Bolero“, „Lady of ice“, „Flames of love“ oder das Cover „Go west“ waren ein guter Auftakt. Der Schotte Midge Ure, Ex-Ultravox, folgte, auch immerhin schon 72. Auch er ist noch voll im Saft, legte ein tollen Auftritt hin. Mit seiner Live-Band präsentierte er Hits „Dancing with tears in my eyes“ oder „If I was“, die jeder kannte. Aus seiner Feder stammt übrigens auch der Welthit „Do they know it's Christmas“. Hinter seiner Persönlichkeit steckt viel mehr als seine bekannten Hits. F.A. David, auch schon 79, kam aus Paris nach Gelsenkirchen. Eigentlich wollte er mit echten Rocknummern berühmt werden. Es wurde insbesondere eine Ballade, die die Halle gerne mitsang: „Words“. Ansonsten schlug er auch durchaus rockigere Töne an. Eine echte Überraschung war die Band Camouflage aus Stuttgart. Was für ein klasse Auftritt! Ihr Frontmann bot eine richtig gute Show, hüpfte, sprang und tanzte ekstatisch am Mikro auf dem Mittelsteg. „The Great Commandment und „Love is a shield“ duften nicht fehlen und klangen wie damals. Dann kam sie, der musikalische Höhepunkt des Abends, Kim Wilde (65). Wegen ihr waren sicher einige in die Halle gekommen. Ihre Hits haben die 80er mehr als geprägt. Einfach so wollte sie sich nicht präsentieren. Ihre Bühnenoutfits waren sehr bewusst und auffällig gewählt. Leider standen nur die Songs „Kids in America“, „You Keep Me Hangin’ On“, „You Came“, „Never trust a stranger“ auf dem Plan. Man hätte sehr gerne mehr von ihr gehört. Heaven 17 war nicht mehr allen in der Halle so bewusst. „Temptation“ war ihr größter Hit. Mit „Let's dance“ von Dawid Bowie ergänzte Sänger Glenn Gregory das Programm ganz passend zum Abend. Den Ausfall von Alphaville sowie die Umbaupausen füllte DJ Christian Schall hervorragend. Gewisse Hymnen wie „Girls wanna have fun“, „Maria Magdalena“, „Tazan boy“, „1001 Nacht“, „Major Tom“, „Sternenhimmel“, „Skandal im Sperrbezirk“, „Poison“, „Livin on a prayer“, „Maniac“, „Tainted love“, „Sweet dreams“, „Purple rain“ oder „Take on me“ durften nicht fehlen. Mit Modern Talking hatte man wahrscheinlich nur Spaß, wenn man schon fünf Bier intus hatte. Das Finale bestritt Nena mit ihrer vielköpfigen Band. Sie gehörte mit ihren 66 Jahren zu den Jungspunden des Abends. Viel verändert hat sie sich äußerlich nicht. Als eine der deutschen Ikonen packte sie einige ihrer großen Hits aus, darunter „Leuchtturm“, „Wunder gescheh’n“, „Nur geträumt“, „Rette mich“, „Willst du mit mir gehn“ oder die „99 Luftballons“. In weltweit unruhigen Zeiten sind ihre Luftballons eine noch immer sehr aktuelle Friedensbotschaft. „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ gab es als Zugabe, neben „Hey Jude“, von ihr. Das Publikum war aber eine wahrlich bunte Mischung aus Party-People, Schlager-Fans, Mallorca-Feiernden und Fußball-Fans, alles ziemlich bierselig und gut gelaunt. Bunte Hütchen, schrille 80er-Hemden, Netz-Shirts oder andere Utensilien waren überall zu sehen. Manche wollten aber auch einfach nur die alten Stars und ihre Hits in aller Ruhe genießen. Auch diese Ecken gab es im Publikum. So hatte jeder auf seine Art Spaß an guten Tönen. Wie gut die Stimmung war, konnte man sogar beim Herausgehen aus dem Innenraum durch den Tunnel erleben. „Es ist Zeit für ein bisschen Zärtlichkeit, irgendwie, irgendwo, irgendwann“ wurde im Sinne von Nena in Schleife spontan gesungen. Pink und bunt waren vorbei. Der raue Alltag draußen wartete wieder auf das Party-Publikum und die Sehnsucht nach einer besseren Welt war allgegenwärtig. Datum: 25. Juli 2026 80er-live.de |
Konzert 'Die 80er auf Schalke' 2026 in Gelsenkirchen, Foto: Jehle![]() nächstes Foto |
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