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Im Gasometer Oberhausen berichtete TV-Metorologe Karsten Schwanke in seinem spannenden Vortrag „Unser Wald – Zwischen Wetter und Klimawandel“ über aktuelle Probleme, die mittlerweile täglich die Nachrichten bestimmen. Das Klima verändert sich unbestritten. Ein wichtiger Aspekt, um dem entgegen zu wirken ist der Erhalt von Wäldern und Bäumen. Ein Baum verdunstet jede Menge Wasser und sorgt so für eine angenehme Kühlung, die im Regenwald noch viel stärker ist. Etwa eine Minute dauert es, um das Wasser einen cm in die Krone zu transportieren. Alte Bäume verdunsten so bis zu 500 l pro Tag, ein Wald sogar die 1,5 fache Menge im Gegensatz zu offenen Wasserflächen. Dieses Jahr wurden neue Hitzerekorde aufgestellt, 41,8°C in Sachsen-Anhalt, eine 11 Tage anhaltende Hitzewelle. Für eine Hitzewelle muss Temperaturen ab 30°C verzeichnen, die mindestens drei Tage lang anhalten. Mittlerweile ist der Zahl der deutschen Messstationen 2026 in die Höhe geschnellt, die 40°C und mehr aufgezeichnet haben. Anfang der 1980er gab es gerade mal einen Tag. Der Einfluss auf Waldbrände ist unklar, die Gefahr steigt allerdings weltweit. Die auf der Weltklimakonferenz beschlossene 1,5°C-Grenze wurde 2024 erstmals gerissen. Schon 2031 werden +2°C erwartet. Die Meere erwärmen sich. Man erwartet eine starke Zunahme an Hochdruckgebieten, 30% mehr Sonne in Deutschland sowie extremere Stürme und Sturzfluten. In Valencia konnte man die Folgen bereits erleben. Man soll weg von den periodischen Klimawerten, sondern eher vor der Haustür gucken, so Karsten Schwanke. Der Wetter bewegt einen emotional, das Klima nicht. Was kann man tun? Bäume pflanzen ist besser als ein Sonnenschirm aufzustellen, aber nur grüne Blätter sorgen für Verdunstung. Gießen ist wichtig. Bäume ziehen Energie für den Wassertransport aus der Umgebung. Ein aktueller Trend zu höheren Niederschlägen und weniger Regentagen ist weltweit messbar. Wir bekommen im Jahre 2100 noch trockenere Sommer und feuchtere Winter. Es gab schon 20 cm dicke Hagelkörner in den USA. Große Veränderungen sind im Amazonas-Gebiet feststellbar. Unser Golfstrom ist jetzt schon geschätzte 15% schwächer. Auch gestresste Wälder atmen mehr Kohlendioxid als dass sie Photosynthese betreiben. Asien ist da sehr betroffen. Helfen könnte vegane Ernährung oder eine Eindämmung der Nahrungsmittelverschwendung. Wir produzieren 30% mehr als gebraucht wird. E-Antriebe bei Autos oder Wärmepumpen bringen weltweit nur wenig Ersparnis an Kohlendioxid, da in den meisten Teilen der Welt eher gekühlt werden muss, statt geheizt. Wiederaufforstungen helfen, wie auch eine Reform der Landwirtschaft. Ein besonders starker El Nino ist aktuell im Pazifik zu messen, den es so noch nie gab. Der warme Wellenberg wandert in etwa 4 bis 5 Monaten von der West-Pazifik-Küste zur Ost-Pazifik-Küste. Australien bekommt einen heißen und trockenen Winter. Genauso frei wie das TV-Wetter, das ohne Teleprompter auskommt, war auch der Vortrag, der sehr schön auch für Laien nicht einfache Zusammenhänge erklärt hat. Es gab gute Beispiele aus dem Alltag, verständliche Grafiken und Wissenschaft zum Anfassen, bzw. Physik für Dummies. Karsten Schwanke warb nebenbei auch für einen spannenden Beruf. Selbst der Oberbürgermeister von Oberhausen war privat anwesend. Er hat hoffentlich gut zugehört. In der Ausstellung gibt es einige Beispiele zum Thema, nicht nur unter dem künstlichen Baum. Sie war bis 23 Uhr geöffnet, auch der Fahrstuhl auf das Dach. Entspannter lässt sich diese Ausstellung kaum besuchen, als an den Vortragsabenden. Datum: 21. Juli 2026 www.gasometer.de |
Karsten Schwanke im Gasometer Oberhausen, Foto: Jehle![]() nächstes Foto |
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