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Schauspiel 'und im Blau zu verschwinden' im Schauspiel Duisburg
Das Schauspiel Duisburg zeigt das im Rahmen seines Theatertreffens in Rahmen der Duisburger Akzente das Stück „und im Blau zu verschwinden“ als Uraufführung, frei nach dem Roman „Sterben im Sommer“ von Zsuzsa Bánk und mit Texten von Evelyne de la Chenelière.

Wie verarbeitet man den Tod des geliebten Vaters? Zsuzsa Bánk tat dies mit ihrem Roman, in dem sie ein Jahr lang ihren Gedanken freien Lauf ließ. Dabei beleuchtet sie ihre und seine Kindheit am Balaton in Ungarn. Sie schwammen unbeschwert im See, genau wie heute ihre Kinder. Eines Tages bekommt ihr Vater die Diagnose Krebs. Er wundert sich, wie schnell sich sein Körper von ihm verabschiedet. Warum gerade er, der sich gesund ernährt und immer bewegt hat? Ein letztes Mal geht es in seine Heimat, an den Balaton. Auf Seite 89 des Romans wechselt er die Seiten, wie Amanda Kirchner anmerkt. Wie ist es da irgendwo im Himmel? Mit Jaques Brell und Paul Gauguin geht er jedenfalls schwimmen, egal an welchem Strand weltweit. Warum hängen die Menschen nur so an ihrem Leben? Die Schmerzen vergehen mit dem Tod, genau wie die irdischen Sorgen und die Arbeit. Trotzdem möchte Zsuzsa Bánk mit dem Übergang noch etwas warten. Wo fängt der Himmel eigentlich an?

Eines ist merkwürdig. Grabreden sind immer positiv. Sie lassen sein Leben guten Gewissens noch einmal ablaufen, von einer kleinen Papierrolle abgelesen. Man sieht Fotos von ihm auf einem alten Diaprojektor, untermalt von bekannten Tönen wie „Voyage, Voyage“ (Desireless) auf dem Klavier gespielt. Auch schwer vermisste Stars wie Tina Turner und David Bowie erklingen als Playback mit „Tonight“. Keiner ist ewig, der Vater oder der gefeierte Popstar.

Der Romanstoff mag ausgezeichnet verfasst sein. Die Inszenierung zeigt interessante Ansätze, wie man diesen Stoff szenisch umsetzen könnte. Man hat allerdings den Eindruck, dass man die finale Version nicht wirklich gefunden hat, sich noch auf der Suche befindet. Viele Szenen wirken nicht rund und noch in der Arbeitsphase befindlich. Es sind kreative Ideen, die einzeln aneinandergesetzt wurden. Kompakt und durchdacht ist das nicht, eher wie ein Versuch einer Inszenierung, auch wenn die Grundgedanken durchaus zu erkennen sind. Ein wenig Französisch sollte man ebenfalls verstehen. Zu viele Passagen sind merkwürdigerweise in der Sprache unserer Nachbarn. Warum nur? Auch für Regisseur Kornelius Eich war der Stoff offenbar kein leichter.

Das Ende ist hingegen ein echtes Highlight. Lutz Förster, langjähriger Tänzer von Pina Bausch in Wuppertal, sitzt auf einem Stuhl und erinnert an die große Pina, gestisch mit Händen und Körper und mit sprachlichen Anweisungen auf Französisch. So war Pina, und das aus erster Hand präsentiert. In der anderen Welt, jenseits von unserer, gibt es vielleicht viele spannende Charaktere zu erleben.

Datum: 13. März 2026

www.theater-duisburg.de

Schauspiel 'und im Blau zu verschwinden' im Schauspiel Duisburg, Foto: Sscha Kreklau

Schauspiel 'und im Blau zu verschwinden' im Schauspiel Duisburg

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