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Der Start ist geglückt. Die „Ruhrorter Campusabende“ 2026 in Duisburg-Ruhrort haben ihre Feuertaufe bestanden. Am Premierenabend verzückte der Kabarettist Wolfgang Trepper sein Publikum auf den Innenhof der Firma Haniel. Es ist schon ungewöhnlich, dass in Zeiten knapper Kassen nicht nur gespart werden soll. Man ruft sogar ein neues Festival ins Leben. Kabarett, Komödien, Konzerte und Kindertheater stehen auf dem Programm, ermöglicht durch starke Sponsoren und eine Location, die Stil hat. Auf dem Haniel-Campus hat man einem großen Brunnen das Wasser geraubt und ihn so zu einer Bühne gemacht, ein sehr nettes Ambiente vor dem einem Haus von 1756, in dem Firmengründer Franz Haniel von 1779 bis 1868 lebte und arbeitete. Wolfgang Trepper ist bekannt für seine klaren Worte zum aktuellen Zeitgeschehen. Über den verwirrten Narzist im Weißen Haus verliert aber besser keine Gedanken. Manche Menschen agieren extremer, als man es sich als Kabarettist ausdenken kann. Wir haben es in Deutschland aber auch nicht besser erwischt. Merz und seine „Trümmertruppe“, das wird nix. Egal ob Spahn, Klöckner oder Dobrint, eine Regierung aus Untoten bringt nichts zustande. Bärbel Bas, die Duisburgerin in der Trümmertruppe, soll zumindest gut ziehen können, wenn es ums Trinken geht. Nee, jung zu sein ist für ihn keine Alternative. Die Jugend hat ein „Arschkartenblatt“ in der Hand. Sie müssen Renten und Schulden bezahlen und dabei noch ihre Schulzeit um ein Jahr verkürzen. Trepper beklagt, dass die Bekloppten mittlerweile die Mehrheit besitzen, siehe auf der Königstraße in Duisburg oder in der Nationalmannschaft bei der WM. Beckenbauer und Netzer hätten damals einen Gegner wie Paraguay in Straßenschuhen locker nachhause geschickt. Die sogenannten Stars bekamen dick ihr Fett weg. Wie kann man die Kaulitz-Brüder „Wetten Dass?“ moderieren lassen? Bill engagiert sich sogar für schwule Schafe mit komischen Namen, völlig fern von dieser Welt. Auch an so Vollpfosten wie Jimi Blue Ochsenknecht, Gil Ofarim, Prinz Andrew, an Sarah Engels mit ihren Gaga-Texten oder Xavier Naidoo, der gewissen rechten Kreisen nahestehen soll, ließ er kein gutes Haar. Selbst in Königskreisen taugen manche Nachkommen zu gar nix. Wir suchen seit Jahren im TV einen Superstar und finden keinen. Trepper ist nun 65 Jahre alt, weniger Tage älter als sein Vater wurde. Er liebt seinen MSV und einen Taxiteller. Dabei blickt er gerne zurück. Frau und Tochter bestellen gerne online alles, was gerade hip ist. Seine Eltern waren einfache Leute, der Vater Stahlarbeiter, die Mutter Putzfrau und Hausfrau. Das Essen stand jeden Mittag nach der Schule auf dem Tisch. Sparen konnten sie kaum etwas, träumten aber immer von der großem Reise nach Hamburg, die immer zu teuer war. Trepper selber kannte das Krupp-Stahlwerk in Rheinhausen ebenfalls beruflich sehr gut, war am Hochofen. Heute werden einem diverse Ernährungstipps um die Ohren gehauen. Es gibt Getränkevariationen in zahlreichen Geschmacksrichtungen. Er hat am liebsten ein einfaches Bier, ohne Limetten- oder Mango-Zusatz, so wie früher. Sorgen bereitet ihm die Tatsache, dass jeden Tag in Deutschland eine Apotheke schließt. 11.000 sind es aktuell noch. War früher wirklich alles besser? Jahr 1986 war Trepper 25 Jahre jung. Helmut Kohl und Richard von Weizsäcker regierten das Land ganz passabel, im Gegensatz zu den heutigen, realitätsfernen Verhältnissen in Berlin. „Das Boot“ und „Miami Vice“ verzückten uns. Jennifer Rush hatte das erfolgreichste Album des Jahres. Sie konnte noch die Töne treffen. Chris Norman sang seine „Midnight Lady“, die erfolgreichste Single. Es gab aber auch Tschernobyl und die NASA-Challenger-Katastrophe. Auch 1986 war nicht alles gut, aber die Kinder und Jugendlichen hatten Manieren und samstags Schule, von wegen Komasaufen und überdrehte Parties. Man hat brav die Eltern gefragt, dass man am Samstagabend mal raus durfte. Ansonsten war man mit Freunden draußen, bis der Hunger einen nachhause trieb. Für ihn sind die Kinder heute viel zu verhätschelt. Es gab weniger Geschiss um alles. Manchmal möchte Trepper die Zeit aber doch zurückholen, mal seinem Vater ein paar Fragen stellen, die er vergessen hat zu stellen. Dabei zeichnete er ein sehr sensibles Porträt des Vaters, der rau und großherzig zugleich sei konnte. Er scheint ihn manchmal zu vermissen. Als Zugabe mahnte er, dass wir alle endlich sind und das Leben schon morgen vorbei sein kann. Seit Jahren engagiert er sich sozial für Schulen in Malawi. Waren es einst 16 km Schulweg, inkl. Überfällen und Vergewaltigungen, sind es heute 2 km Strecke. Mittlerweile sind so sieben Schulen mit 2.940 Kindern entstanden. Sie erhalten Bildung, Nahrung und eine anschließende Berufsausbildung in den Lehrwerkstätten, z.B. als Schweißer, ein hochangesehener Beruf in Malawi. Spenden sind sehr willkommen. Datum: 2. Juli 2026 Laufzeit: 2. bis 26. Juli 2026 campusabende.de www.wolfgang-trepper.de (Spenden für Malawi) |
Kulturfestival 'Ruhrorter Campusabende' open air bei Haniel in Duisburg-Ruhrort, Wolfgang Trepper, Foto: Jehle![]() nächstes Foto |
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