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Duisburger Wasserstoffstammtisch 2026 - Sommerausgabe im Café Home
Der „Duisburger Wasserstoffstammtisch machte mit seiner Sommerausgabe auf dem Rooftop des Café Home am Schwanentor Station. MitarbeiterInnen des ZBT, der Wirtschaftsförderung der Stadt Duisburg, Firmenvertreter sowie Interessierte trafen sich an einem tollen Sommerabend zum lockeren Gedankenaustausch.

Ja, Wasserstoff ist aktuell mit wenig politischer Unterstützung gesegnet. Es stockt in Deutschland. Die Wirtschafts- und Energiepolitik der Bundesregierung lässt sehr zu wünschen übrig, wirkt eher arm an Kompetenz. Einst wurde Wasserstoff als Heilbringer tituliert. Man hat aber noch die Hoffnung und forsch engagiert weiter, z.B. am ZBT, dem Zentrum für Brennstoffzellentechnik in Duisburg. Bei jährlich ca. 4% Kostensteigerungen und einer gleichbleibenden Förderung des Landes spürt man hier die indirekten Kürzungen. Durch Forschungsaufträge versucht man die Lücke zu stopfen.

Wie lässt sich Wasserstoff sinnvoll und ökonomisch nutzen? Einst dachte man an PKWs mit Wasserstoffantrieb. Es waren mal gut 100 Tankstellen in Deutschland. Es sollten 300 werden. Aktuell gibt es 54 Tankstellen in Deutschland. Von Duisburg aus befinden sich die nächsten in Düsseldorf, Eindhoven (NL) und in Magdeburg. Eine Tankstelle in Duisburg wurde geschlossen und die DVG-Tankstelle für die städtischen Busse ist nicht für private PKWs nutzbar. Zwischen Duisburg und Berlin gibt es nur in Magdeburg eine Tankmöglichkeit. Von Hamburg nach München ist es noch schwieriger, eine Tankstelle in Erlangen. Wichtige Tanksäulen in Kassel oder Hannover sind zu. Immer wenn die Fördermittel ausgelaufen sind, wird wieder geschlossen. Die Infrastruktur ist ein schlechter Witz. Die Belieferung erfolgt mit Diesel-LKWs, weil selten vorhandene Wasserstoff-LKWs keine Gefahrengüter transportieren dürfen, dabei ist Diesel viel leichter entzündlich. So ist auch kaum eine Kohlendioxid-Einsparung zu bewirken.

In der Binnenschifffahrt sollen bald vielleicht erste Versuche mit austauschbaren Wasserstofftanks starten, der leere raus, der volle rein. Auch bei alternativen Flugzeugantrieben ist noch jede Menge Arbeit zu leisten. Elektroantrieb ist für Kurzstrecken möglich, Wasserstoff für die Mittelstrecke und Kerosin ist für die Langstrecke nicht zu ersetzen.

Duisburg ist ein Zentrum der Stahlindustrie. Thyssen-Krupp versucht in Zukunft auf E-Hochöfen zu setzen. Einer verbraucht pro Tag eine riesige Menge Wasserstoff, das zweifache Volumen an Inhalt des Gasometer Oberhausen. Diese Menge ist schwer zu beschaffen oder selbst zu produzieren. Eventuell kann man eine ehemalige Gaspipeline umrüsten. Die Druckunterschiede bereiten allerdings Schwierigkeiten.

Wasserstoff ist ohne grünen Strom nicht denkbar. Michael Hübner von der Firma SL Naturenergie wusste über die Chancen und Problemen zu berichten. Die höchste Windkraftanlage Deutschlands entsteht mit 365 m Höhe in der Lausitz. Sie werden immer größer. Dabei sind Standorte in Norddeutschland von den Windbedingungen her deutlich positiver. Immer wieder kommt es zu geplanten Abschaltungen, z.B. bei zu viel Strom im Netz, z.B. durch PV-Anlagen, bei geringem Bedarf an gewissen Tagen (1. Mai.) oder bei zu lauten Geräuschen, teils über 120 Dezibel, wird ebenfalls abgeschaltet. Nach max. 14-17 Jahren hat sich eine Windkraftanlage wirtschaftlich amortisiert. Beim Bau sind die Rücklagen für Rückbau verpflichtend. Fast alles ist trennbar, nur die Rotoren sind ein Problem. Viele verklebte Schichten lassen sich nicht trennen. Versuche mit Holz-Rotoren, bis zu 60 m lang, gibt es ansatzweise. Karbon ist zu teuer. Aus dem riesigen Betonfundament wird minderwertiger Beton, z.B. große Legosteine als Straßenabsperrungen. Alte Anlagen sind im Anschluss gegen neue Anlagen nicht einfach ersetzbar. Elektrolyseure, die Wasser und Wasserstoff und Sauerstoff spalten, kann man auch in der Nähe von Windkraftanlagen errichten. Sie brauchen allerdings mindestens 90% grünen Strom, sonst werden sie abgeschaltet. So ist keine konstante Wasserstoff-Produktion garantiert.

Es muss noch viel getan werden, um Wasserstoff wirklich zukunftsfähig zu machen.

Datum: 9. Juli 2026

zbt.de
www.sl-naturenergie.com

Duisburger Wasserstoffstammtisch 2026 - Sommerausgabe im Café Home, Foto: Jehle

Duisburger Wasserstoffstammtisch 2026 - Sommerausgabe im Café Home

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