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'Lange Sommernacht mit Bat Night' im Zoo Krefeld
Der Zoo Krefeld hatte zur „Langen Sommernacht mit Bat Night“ geladen. Der abendlich dämmernde Zoo lud zum Flanieren ein, Fledermäuse inklusive.

Schon die Vorstellung den Abend im Zoo verbringen zu dürfen ist eine spannende Sache. Die Tiere in den Gehegen wirken völlig tiefenentspannt. Man spürt eine besondere Atmosphäre mit diversen Geräuschen. Von welchem Tier stammen sie? Die zunehmende Dunkelheit lässt den Zoo Krefeld mit anderen Augen und Ohren wahrnehmen. Hier suchen sich die Pelikane langsam einen Schlafplatz, dort ist noch der Jaguar aktiv. Die Nashörner genießen die Sommerabend genauso wie die Elefanten oder Flamingos am Teich. Die Schneeeulen sind natürlich noch wach. Auch auf der neuen Känguru-Anlage waren noch entspannte Tiere zu erleben, dich auch noch nicht schlafen wollten. So ein Zoo bei hereinbrechender Dunkelheit hat was Besonderes. Sollte mal mal erleben.

Das besondere Thema an diesem Abend waren die Fledermäuse. Die 20-minütigen Vorträge von Dr. Andreas Müller zu den geheimnisvollen Tieren waren gut besucht und auch für die anwesenden Kinder prima verständlich. Der freiberufliche Fledermaus-Experte konnte so sicher auch einige Vorurteile und Ängste abbauen. Fledermäuse wurden durch berühmte Filme zu blutrünstigen Vampiren. In Wirklichkeit sind es faszinierende Tiere mit besonderen Fähigkeiten. Ja, sie ernähren sich teilweise von Blut, allerdings nur von dem Reptilien oder Säugetieren. Sie jagen gerne Insekten oder suchen nach Nektar. Manche jagen direkt über der Wasseroberfläche und stillen dabei auch ihren Durst. Ihre Größe variiert von 2 g und winzig bis hin zu 40 g beim Großen Abendsegler. Auch noch größere Arten sind bekannt. In Krefeld sind 13 Arten nachgewiesen, drei davon im Zoo.

Fledermäuse sind weltweit verbreitet. Nur in der Antarktis findet man sie nicht. Sie werden 12 bis 20 Jahre alt. Den Rekord hält eine 42jährige Fledermaus. Bei der Geburt wiegen sie ca. 1,1 g. Wanderrouten von 1.500 bis 2.200 km, auch über das Meer, sind für sie kein Problem. 30 bis 50 km sind pro Nacht ganz normal. Ihre Kommunikation erfolgt über Ultraschall (10-200 kHz). Ihre Laute können bis zu 137 dB erreichen. In der Winterruhe schlägt ihr Herz nur zwei- bis dreimal pro Minute, inkl. zwei Atemzüge pro Minute. Nachtaktiv sind deshalb, um der Konkurrenz am Tage aus dem Wege zu gehen. In der Dunkelheit haben sie ihre bevorzugte Beute fast für sich alleine, teilweise bis zu 1.200 Mücken pro Nacht. Ihre Geschwindigkeit liegt im Schnitt bei 50 km/h, manche Arten können aber auch 160 km/h erreichen.

Durch die weniger werdenden Insekten reduziert sich aktuell auch leider die Zahl der Fledermäuse. Lediglich die Zwergfledermaus ist in ihrer Population noch nicht gefährdet. Sie ist die bei uns am häufigsten vorkommende Fledermausart. Eulen, Falken, Marder oder Katzen sind ihre größten, natürlichen Feinde. Der erzeugte Unterdruck der Windkraaftanlagen lässt ihre Organe häufig platzen und Stacheldraht ist ebenfalls eine Todesfalle. Wir Menschen machen es ihnen mit unserem immer weiter fortschreitenden Naturverbrauch nicht einfach.

Im Zoo Krefeld waren an diesem Abend selbstverständlich einige Fledermäuse zu erleben. Über dem Teich der Pelikan-Anlage jagte ein große Gruppe von Wasserfledermäusen. Auch in den Baumkronen waren ihre Schatten gut zu erkennen. So schnell sie kamen verschwanden sie dann auch wieder. Sie bleiben eben sehr geheimnisvolle Tiere im Schutz der Nacht.

Wer sie in voller Größe oder sogar in fünffacher Größe als 3D-Druck erleben wollte, der war beim Stand des NABU genau richtig. Ihr Gebiss sieht in mehrfacher Vergrößerung durchaus furchterregend aus. Für den pädagogischen Effekt kann man mittlerweile echte Schädel oder ganze Tiere scannen und als 3D-Druck reproduzieren.

Wie sehr sie mittlerweile bedroht sind zeigte ein Insekten-Experte mit einem hell leuchtenden Tuch. Vor Jahren hätte sich darin zahlreiche Falter anlocken lassen. Ganze zwei waren es an diesem Abend, zuzüglich einige Mücken. Der fortschreitende Klimawandel macht vor der Tierwelt im Kleinen nicht Halt, was automatisch Folgen für die Nahrungskette hat.

Datum: 22. August 2026

www.zookrefeld.de

'Lange Sommernacht mit Bat Night' im Zoo Krefeld, junges Zebra, Foto: Jehle

'Lange Sommernacht mit Bat Night' im Zoo Krefeld

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